EZB-Umfrage: Inflationserwartungen stabil, Konjunkturpessimismus steigt
Stabile Inflation, sinkende Konjunktur- und Ausgabenerwartungen
Die EZB-Umfrage zu den Verbrauchererwartungen für November 2025 zeigt eine bemerkenswerte Stabilität der Inflationserwartungen: Der Median der wahrgenommenen Inflation verharrte den zehnten Monat in Folge bei 3,1 Prozent, die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate blieben bei 2,8 Prozent, für drei Jahre bei 2,5 Prozent und für fünf Jahre bei 2,2 Prozent.
Gleichzeitig fielen die Erwartungen zum Wirtschaftswachstum in den kommenden zwölf Monaten stärker negativ aus und sanken auf -1,3 Prozent (Oktober: -1,1 Prozent).
Auch die Erwartungen für das Wachstum der nominalen Ausgaben gingen von 3,5 Prozent auf 3,4 Prozent zurück.
Die Erwartungen zur Arbeitslosenquote sanken leicht von 11,0 Prozent auf 10,9 Prozent, während die Hypothekenzinsen von 4,7 Prozent auf 4,6 Prozent fallen sollen.
Diese Divergenz zwischen stabilen Preisprognosen und wachsendem Konjunkturpessimismus liefert der EZB wichtige Einblicke in die Verbraucherstimmung.
Verbraucherstimmung und EZB-Kurs
Die Ergebnisse der monatlichen Verbrauchererwartungsumfrage sind ein zentraler Baustein für die geldpolitische Analyse der EZB.
Die anhaltende Verankerung der mittel- und langfristigen Inflationserwartungen nahe dem 2-Prozent-Ziel ist ein positives Signal für die Zentralbank.
Der gleichzeitig zunehmende Pessimismus hinsichtlich des Wirtschaftswachstums und der Ausgaben könnte jedoch auf eine nachlassende Binnennachfrage hindeuten, was die geldpolitische Abwägung komplexer macht.
Die detaillierten Einblicke in die Erwartungen verschiedener Einkommens- und Altersgruppen unterstreichen zudem die sozialen Dimensionen der aktuellen Wirtschaftslage im Euroraum.
Stabile Inflationsanker, wachsende Konjunktursorgen
Die Umfrageergebnisse liefern der EZB wichtige Datenpunkte, die zwar keine unmittelbaren geldpolitischen Signale aussenden, aber die Grundlage für künftige Entscheidungen bilden.
Die Stabilität der Inflationserwartungen ist ein positives Zeichen für die Glaubwürdigkeit der EZB.
Der gleichzeitig wachsende Konjunkturpessimismus und die sinkenden Ausgabenerwartungen könnten jedoch auf eine Abschwächung der Wirtschaft hindeuten, die die EZB genau beobachten wird.
Die Daten zeigen eine komplexe Gemengelage für die Geldpolitik.