EZB hält Zinsen stabil: Dienstleistungsinflation und ETS-Start bremsen Entspannung
Inflationsdruck durch Dienstleistungen und ETS
Die Europäische Zentralbank belässt ihre Leitzinsen unverändert.
Trotz angehobener Wachstumsprognosen für die kommenden Jahre und einer mittelfristig stabilen Inflationserwartung um 2 Prozent, sieht der EZB-Rat weiterhin Risiken.
Insbesondere die Teuerung bei Dienstleistungen, die 2026 zu einer Aufwärtsrevision der Gesamtinflation führte, und der für 2028 geplante Start des EU-Emissionshandelssystems 2 (ETS 2) halten den Preisdruck aufrecht.
Das Wirtschaftswachstum wird primär von der Binnennachfrage, steigenden Realeinkommen und öffentlichen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung getragen.
Die Notenbank betont ihre Datenabhängigkeit und lehnt jede Vorfestlegung auf einen Zinspfad ab, was Raum für künftige Anpassungen lässt.
Geldpolitik im Spannungsfeld von Wachstum und Preisdruck
Die EZB agiert in einem komplexen Umfeld: Während geopolitische Spannungen und globale Handelshürden das Wachstum bremsen könnten, stützen robuste Binnennachfrage und steigende Staatsausgaben die Konjunktur.
Die Notenbank nutzt die Gelegenheit, die Regierungen des Euroraums zu tragfähigen öffentlichen Finanzen und wachstumsfördernden Strukturreformen zu ermahnen.
Insbesondere die Forderung nach einer raschen Vollendung der Kapitalmarkt- und Bankenunion sowie der Einführung des digitalen Euro unterstreicht den Wunsch nach einer stärkeren, integrierten Wirtschaftsarchitektur, die auch geldpolitische Transmissionseffekte verbessern soll.
Stabile Zinsen, aber neue Inflationsrisiken
Die EZB hält die Füße still, doch die Details der Projektionen sind aufschlussreich.
Die hartnäckige Dienstleistungsinflation und der verzögerte, aber nun fixierte Start des EU ETS 2 im Jahr 2028 verschieben die Inflationsdynamik.
Dies signalisiert, dass der Weg zum 2%-Ziel holpriger sein könnte als noch im September angenommen, selbst wenn die Zinsen vorerst unverändert bleiben.