Neuer US-Indikator: 30 Staaten signalisieren Rezession, Juli 2024-Fehlalarm erklärt
Frühwarnsystem für US-Arbeitsmarktstress
Ökonomen der Federal Reserve Bank of San Francisco haben einen neuen Labor Market Stress Indicator (LMSI) entwickelt, der auf staatlichen Arbeitslosenversicherungsansprüchen basiert und bis in die späten 1940er Jahre zurückreicht.
Der Indikator zeigt: Wenn 30 oder mehr US-Staaten erstmals einen beschleunigten Anstieg der Arbeitslosigkeit erleben, befand sich die nationale Wirtschaft stets in einer NBER-Rezession.
Dies betrifft dann etwa 75 Prozent der US-Erwerbsbevölkerung.
Der LMSI erreichte in Echtzeit eine AUROC von rund 0.87, vergleichbar mit der nationalen Sahm-Regel.
Der Juli 2024-Vorfall, bei dem nur 25 Staaten und 47 Prozent der Arbeitskräfte betroffen waren, wird als lokales Ereignis eingeordnet, das keine nationale Rezession einleitete.
Regionale Dynamik als Frühwarnsignal
Während traditionelle Rezessionsindikatoren wie die Sahm-Regel oder die Zinskurve die Gesamtwirtschaft betrachten, liefert der LMSI eine geografisch granularere Perspektive.
Er schließt eine Lücke in der Echtzeit-Diagnose, indem er zwischen lokalisierten Anpassungen und breit angelegten Abschwüngen unterscheidet.
Dies ist besonders relevant, da nationale Signale wie die invertierte Zinskurve oder kurzzeitige Überschreitungen der Sahm-Regel-Schwelle, wie Mitte 2024, ohne eine tatsächliche nationale Rezession auftreten können.
Geografische Tiefe schärft Rezessionsdiagnose
Das Working Paper liefert ein robustes, datengetriebenes Instrument, das die Erkennung von Rezessionen in Echtzeit verbessert.
Die Betonung der geografischen Breite und Tiefe von Arbeitsmarktstress ist ein entscheidender Fortschritt gegenüber aggregierten Indikatoren und bietet politischen Entscheidungsträgern ein präziseres Frühwarnsystem.
Original: A New Labor Market Stress Indicator
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