Schweden warnt: Digitales Geld im geopolitischen Spannungsfeld
Digitales Geld im geopolitischen Sog
Die Zukunft des Geldes wird von zwei mächtigen Kräften geformt: Digitalisierung und Geopolitik.
Aino Bunge von der Riksbank betont, wie die globale Vernetzung zwar Distanzen schrumpfen lässt und sofortigen Zugang zu Gütern verspricht, gleichzeitig aber eine gefährliche Abhängigkeit von internationalen Tech-Diensten schafft.
Diese Vulnerabilität – etwa bei Konnektivitäts- oder Stromausfällen – wird durch wachsende geopolitische Spannungen und Fragmentierung massiv verstärkt.
Zentralbanken stehen vor der fundamentalen Frage, welche Form ihr Geld annehmen soll und welche Rolle sie gegenüber privaten Initiativen spielen.
Zentralbanken im Dilemma
Die Debatte um digitale Zentralbankwährungen (CBDCs) und Stablecoins hat sich längst von rein technischen Fragen gelöst.
Bunges Rede reiht sich in eine wachsende Zahl von Äußerungen ein, die den geopolitischen Faktor als entscheidenden Treiber für die Gestaltung zukünftiger Zahlungssysteme hervorheben.
Während der digitale Euro in Europa konkrete Formen annimmt, ringen Notenbanken weltweit mit der Balance zwischen Innovation, Souveränität und Widerstandsfähigkeit in einer zunehmend fragilen Weltordnung.
Mehr als nur Technik
Aino Bunge rückt die geopolitische Dimension von Stablecoins und dem digitalen Euro in den Vordergrund.
Das ist keine neue Erkenntnis, aber die klare Betonung der Vulnerabilität durch internationale Technologieabhängigkeit gibt der Diskussion eine schärfere Kontur.
Für Policy-Experten ist dies ein wichtiges Signal, dass die Riksbank die Risiken ernst nimmt und nicht nur die Chancen sieht.