BIS Speech

NBU-Chef Pyshnyy: Inflation Targeting – Ukraines Stabilitätsanker im Krieg

NBU: Vertrauen und Anpassung sichern Stabilität

Andriy Pyshnyy, Gouverneur der Nationalbank der Ukraine (NBU), reflektiert auf einem BIS-Workshop die einzigartige Entwicklung des ukrainischen Inflation Targeting (IT) über ein Jahrzehnt.

Die NBU führte IT 2015 unter Krisenbedingungen ein und baute Vertrauen auf, das sich während der russischen Invasion 2022 als entscheidend erwies.

Trotz anfänglicher Abweichungen (fixer Wechselkurs) hielt die NBU an ihren Prinzipien der Preisstabilität fest und passte die Politik flexibel an, etwa durch die Einführung einer verwalteten Wechselkursflexibilität.

Pyshnyy betont, dass die ukrainische Erfahrung zeigt, wie IT selbst unter extremsten Bedingungen als Entwicklungs- und Stabilitätsinstrument dienen kann, und skizziert den schrittweisen Weg zurück zu einer "neuen" klassischen IT nach dem Krieg.

Ukraine als Labor für Zentralbankpolitik

Pyshnyys Rede ist bemerkenswert, da sie eine der detailliertesten Einblicke in die Geldpolitik eines Landes unter direkter Kriegsführung bietet.

Sie liefert wertvolle Erkenntnisse für die globale Debatte über die Resilienz und Anpassungsfähigkeit von Zentralbankrahmen in Krisenzeiten.

Während viele Zentralbanken nach 2022 ihre Flexibilität überdenken, zeigt die NBU einen extremen Fall, in dem Prinzipientreue und taktische Anpassung Hand in Hand gehen mussten.

Die Betonung des Vertrauens als entscheidendes Kapital und die schrittweise Normalisierung der Politik unter anhaltendem Kriegsdruck sind zentrale Botschaften für Schwellenländer und darüber hinaus.

Blaupause für Geldpolitik im Ausnahmezustand

Diese Rede bietet eine einzigartige Fallstudie zur Anwendung und Anpassung des Inflation Targeting unter extremsten Bedingungen.

Sie liefert nicht nur eine historische Aufarbeitung, sondern auch eine klare Vision für die zukünftige Entwicklung der NBU-Geldpolitik.

Die Betonung von Vertrauen, Flexibilität und Prinzipientreue im Angesicht eines Krieges macht sie zu einer Pflichtlektüre für Zentralbanker und Analysten, die sich mit Krisenmanagement und der Resilienz monetärer Rahmenwerke befassen.