BIS: KI vertieft globale Einkommenskluft kurzfristig
Die KI-Spaltung: Wer profitiert wirklich?
Künstliche Intelligenz droht die globalen Einkommensunterschiede kurzfristig zu verschärfen.
Eine neue BIS-Analyse von 56 Volkswirtschaften und 16 Sektoren zeigt: Wissensintensive Branchen und Länder mit robuster digitaler Infrastruktur, klaren Regeln und qualifizierten Arbeitskräften profitieren am stärksten von generativer KI.
Da Industrieländer hier meist besser aufgestellt sind, ziehen sie im KI-Wettlauf davon.
Schwellenländer hingegen hinken hinterher, teils wegen ihrer Produktionsstrukturen, teils mangels Technologiebereitschaft – ein Befund, der selbst Robotereinsatz berücksichtigt und die Gefahr einer digitalen Zweiklassengesellschaft unterstreicht.
Technologie als Ungleichheits-Treiber
Die Debatte um die wirtschaftlichen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz konzentrierte sich bislang stark auf Industrieländer.
Diese BIS-Studie liefert nun eine der ersten globalen Einschätzungen, die auch Schwellenländer umfassend berücksichtigt.
Sie kontrastiert die oft optimistischen Narrative über das Produktivitätspotenzial von KI mit der nüchternen Realität, dass die Vorteile ungleich verteilt sein könnten.
Für Zentralbanken und Regulierer ist dies ein wichtiges Signal, da technologisch bedingte Ungleichheit neue Herausforderungen für Finanzstabilität und Sozialpolitik birgt.
Nüchterne KI-Realität für Schwellenländer
Die Studie liefert eine wichtige empirische Basis für die Diskussion um die sozialen und wirtschaftlichen Folgen von KI.
Sie zeigt auf, dass der kurzfristige Nutzen nicht universell ist, sondern stark von der Ausgangslage abhängt.
Für politische Entscheidungsträger ist dies ein Weckruf, die digitale Kluft aktiv anzugehen, um eine weitere Spaltung der Weltwirtschaft zu verhindern.