Notenbanken testen Auktions-LSM: Liquiditätshilfe neu gedacht
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Notenbanken testen Auktions-LSM: Liquiditätshilfe neu gedacht

Liquidität sparen: Das Auktions-Modell der BIS

Ein neuer Mechanismus könnte den Liquiditätsbedarf im Echtzeit-Brutto-Abwicklungssystem (RTGS) von Banken deutlich senken.

Die BIS schlägt ein Auktionsmodell vor, das die traditionelle Logik umkehrt: Statt vorgegebener Liquidität wird abgefragt, wer bereit ist, für spezifische Zahlungen Liquidität bereitzustellen.

"Side Payments" – kleine Transfers von Empfängern an Anbieter – sollen Anreize schaffen und private Bewertungen der Liquidität offenlegen.

Simulationen mit realen Daten aus vier Ländern zeigen hohe Erfolgsraten (durchschnittlich 79%) und Liquiditätseinsparungen von bis zu 12,2%.

Das Modell verspricht, die Effizienz von RTGS-Systemen durch koordinierte Anreize zu steigern, birgt aber einen Zielkonflikt mit der Abwicklungsgeschwindigkeit.

Effizienz im Zahlungsverkehr

Echtzeit-Brutto-Abwicklungssysteme (RTGS) sind das Rückgrat des modernen Zahlungsverkehrs, eliminieren sie doch das Abwicklungsrisiko.

Doch dieser Vorteil kommt mit einem Preis: einem erhöhten Bedarf an Intraday-Liquidität für Banken.

Bisherige Liquiditätssparmechanismen (LSMs) versuchen, diesen Bedarf durch Verrechnung und Warteschlangen zu managen, stoßen aber an Grenzen, wenn es darum geht, die wahren Präferenzen der Teilnehmer für die Abwicklung zu erkennen.

Die BIS-Studie greift genau dieses Effizienzproblem auf und bietet einen innovativen Lösungsansatz, der die Marktteilnehmer stärker einbindet.

Ein Paradigmenwechsel für RTGS-Systeme

Die BIS-Studie stellt einen fundamental neuen Ansatz zur Liquiditätsoptimierung im Zahlungsverkehr vor.

Das Auktionsmodell mit Anreizzahlungen könnte die Effizienz von RTGS-Systemen signifikant verbessern und adressiert ein Kernproblem bestehender LSMs.

Für Zentralbanken und Betreiber von Zahlungssystemen ist dies eine wichtige konzeptionelle Blaupause.

Original: Auction-based liquidity saving mechanisms

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