Asset-Erfahrung: Wenn Bankwissen die Überwachung verwässert
Das Paradox der Asset-Expertise
Banken mit tiefer Erfahrung in der Reallokation von Sachkapital reduzieren paradoxerweise ihre Überwachungsanreize bei syndizierten Krediten.
Ein neues Working Paper der Cleveland Fed zeigt: Diese „Capital Allocation Engagement“ ermöglicht es Banken, im Falle eines Kreditausfalls höhere Liquidationswerte aus Vermögenswerten zu erzielen.
Das mindert den Anreiz zur strengen Überwachung des Kreditnehmers, was sich in einem höheren Lead Share für den arrangierenden Kreditgeber manifestiert – ein Indikator für Moral Hazard.
Diese Erkenntnis unterscheidet sich signifikant von Effekten durch traditionelle Beziehungspflege oder Branchenfokussierung.
Bankenwissen: Neue Facette der Überwachung
Die Forschung konzentrierte sich bislang auf Beziehungspflege und Branchenspezialisierung als Quellen von Bankenwissen.
Dieses Papier führt „Capital Allocation Engagement“ als neuen, eigenständigen Kanal ein.
Es stellt die Annahme infrage, dass mehr Bankenerfahrung stets zu besserer Überwachung führt, indem es einen Trade-off aufzeigt: Leichtere Asset-Verwertung kann die Überwachungsanreize schwächen.
Dies bereichert das Verständnis von Informationsasymmetrien und Moral Hazard in Kreditmärkten, insbesondere bei syndizierten Krediten.
Asset-Expertise: Ein zweischneidiges Schwert
Das Working Paper bietet eine frische Perspektive auf die Anreizstrukturen im Kreditgeschäft.
Die Erkenntnis, dass Expertise in der Kapital-Reallokation die Überwachungsanreize *verwässert*, ist kontraintuitiv und essenziell für das Verständnis von Moral Hazard in syndizierten Krediten.
Es ist eine wichtige Ergänzung zur Literatur über Bankenverhalten und Kreditmärkte.