BIS Paper

Banken senken Risikopuffer: Nach GFC steigt die regulatorische Risikotoleranz

Banken toleranter gegenüber Regulierungsrisiken

Die BIS-Studie führt die "Regulatory Risk Tolerance" (RRT) als neue Kennzahl für das Kapitalmanagement von Banken ein.

Sie zeigt, dass die RRT nach der GFC systematisch anstieg, hauptsächlich durch die Reduzierung der Management-Pufferziele.

Banken mit volatileren Puffer-Schocks setzten bewusst höhere Pufferziele und schnellere Reversionsgeschwindigkeiten, um nicht aufzufallen.

Besonders Banken mit höheren Kapitalanforderungen nach der GFC erhöhten ihre RRT stärker.

Die Studie beleuchtet realwirtschaftliche Implikationen: Nur Banken mit hoher RRT neigen dazu, bei Puffererschöpfung die Kreditvergabe zu kürzen, während Banken mit niedriger RRT das Risiko ihrer Aktiva auf andere Weise reduzieren.

Dies deutet auf eine bewusste Strategiewahl mit direkten Auswirkungen auf die Kreditversorgung und die Wirtschaftstätigkeit hin.

Die Analyse basiert auf 68 Quartalen Daten von 34 großen Banken in den USA und der Eurozone.

Implikationen für Finanzstabilität und Geldpolitik

Diese Studie ist für Zentralbanken von hoher Relevanz, da sie Einblicke in das Kapitalmanagementverhalten großer Banken bietet.

Die identifizierte Zunahme der regulatorischen Risikotoleranz nach der GFC könnte Auswirkungen auf die Finanzstabilität haben, insbesondere wenn Banken mit hohen RRT bei Pufferengpässen die Kreditvergabe drosseln.

Dies beeinflusst direkt die Transmission der Geldpolitik und die Realwirtschaft.

Das Verständnis der RRT und ihrer Treiber ermöglicht es Aufsichtsbehörden, potenzielle Schwachstellen im Bankensystem besser zu identifizieren und die Effektivität von Kapitalanforderungen zu bewerten.

Es liefert auch eine Grundlage für die Kalibrierung zukünftiger makroprudenzieller Maßnahmen.

Wichtige Erkenntnisse für Aufsicht und Stabilität

Die Studie liefert eine neue, relevante Metrik (RRT) zur Bewertung des Bankenverhaltens im Kapitalmanagement.

Die Erkenntnis, dass Banken ihre Risikotoleranz nach der GFC erhöht haben und dies realwirtschaftliche Auswirkungen auf die Kreditvergabe hat, ist für Zentralbanken und Aufsichtsbehörden von hoher Bedeutung.

Sie hilft, die Wirksamkeit von Kapitalvorschriften zu verstehen und Risiken für die Finanzstabilität sowie die Geldpolitik besser einzuschätzen.

Die Ergebnisse sind implizit, liefern aber starke Hinweise für Regulierungsstrategien.

Original: Banks' regulatory risk tolerance

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