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BIS-Experte: MREL-Senkung in EU erfordert politische Neujustierung der Bankenabwicklung

MREL-Debatte: EU vs. USA und Abwicklungsfinanzierung

Fernando Restoy vom FSI der BIZ diskutiert die Forderungen nach einer Senkung der MREL-Anforderungen für europäische Banken.

Er betont, dass die EU im Vergleich zu den USA strengere Verlustabsorptionskapazitäten (LAC) vorschreibt, was die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Banken beeinträchtigen könnte.

Während in den USA nur G-SIBs TLAC-Anforderungen unterliegen, müssen in der EU rund 300 Banken MREL erfüllen.

Die US-Bankenkrisen von 2023 zeigten die Notwendigkeit ausreichender LAC auch für kleinere Banken, was zu US-Vorschlägen zur Ausweitung der Anforderungen führte.

Restoy hebt hervor, dass die EU-Abwicklungsfinanzierung stark auf interne LAC setzt, mit begrenztem Zugang zu externen Quellen wie dem SRF oder Einlagensicherungssystemen (DGS) aufgrund strenger Regeln (z.B. 8%-Bail-in, Least-Cost-Constraint).

Eine MREL-Senkung würde eine Neuausrichtung der Finanzierungsquellen erfordern, etwa durch flexibleren Zugang zum SRF oder staatliche Unterstützung, was eine grundlegende politische Entscheidung wäre.

Die Vorschläge der EU-Kommission zur CMDI-Reform, wie die allgemeine Einlegerpräferenz, könnten die Abwicklungsfinanzierung erleichtern und somit Spielraum für MREL-Anpassungen schaffen.

Hintergrund der MREL-Debatte und EU-Abwicklungsrahmen

Die Diskussion um die Mindestanforderung an Eigenmittel und berücksichtigungsfähige Verbindlichkeiten (MREL) ist zentral für die Stabilität des europäischen Bankensektors.

MREL wurde nach der Finanzkrise 2008 eingeführt, um sicherzustellen, dass Banken im Krisenfall Verluste selbst tragen können, ohne auf Steuergelder angewiesen zu sein.

Der Sprecher, Fernando Restoy vom Financial Stability Institute der BIZ, ist eine maßgebliche Stimme im Bereich der Finanzstabilität.

Seine Rede beleuchtet die anhaltende Debatte über die Angemessenheit und die Kosten der MREL-Anforderungen im Vergleich zu internationalen Standards, insbesondere den USA, und deren Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit und die Kreditvergabe europäischer Banken.

MREL-Anpassungen erfordern politische Neuausrichtung

Die Rede eines hochrangigen BIZ-Vertreters zur MREL-Debatte ist wichtig für die Beurteilung der zukünftigen Regulierung europäischer Banken.

Sie bietet Einblicke in die politischen und technischen Abwägungen hinter den Verlustabsorptionsanforderungen und die möglichen Auswirkungen der CMDI-Reform.

Die Diskussion über eine potenzielle MREL-Senkung und die damit verbundenen Implikationen für die Abwicklungsfinanzierung ist ein klares Signal für die Richtung der regulatorischen Debatte.

Original: Can MREL be lower?

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