Zentralbank-Unabhängigkeit im Wandel: BIS warnt vor neuen Herausforderungen und alten Bekannten
Unabhängigkeit der Zentralbanken unter Druck
Alexandre Tombini (BIS) betont die historische Bedeutung der Zentralbank-Unabhängigkeit (ZBU), insbesondere in Lateinamerika, als Fundament für Preisstabilität und Wirtschaftswachstum.
ZBU ist kein isoliertes Konzept, sondern Teil eines umfassenden makroökonomischen Rahmens, gestützt durch ein klares Mandat, Unabhängigkeit und Rechenschaftspflicht.
Inflationsziele haben sich als wirksames Instrument erwiesen.
Die Welt hat sich seit der Einführung der ZBU stark verändert, geprägt durch die GFC, Covid-19, den Ukraine-Krieg und eine zunehmende Komplexität des Finanzsystems.
Diese Entwicklungen führen zu einer schockanfälligeren Welt, die monetäre Politik komplexer macht, insbesondere bei Angebotsstörungen und Spannungen zwischen Geld- und Finanzstabilität.
Langfristige Herausforderungen wie geringes Produktivitätswachstum und hohe Staatsverschuldung könnten die ZBU am stärksten gefährden, indem sie Druck auf die Zinsen ausüben.
Tombini unterstreicht, dass die ZBU nur in Verbindung mit einer soliden makroökonomischen Politik, die Produktivität fördert und Staatsfinanzen stärkt, aufrechterhalten werden kann.
Transparenz und Rechenschaftspflicht bleiben entscheidend, um Legitimität und Vertrauen zu sichern.
BIS-Sicht auf Zentralbank-Unabhängigkeit
Diese Rede von Alexandre Tombini, Chief Representative des Representative Office for the Americas der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS), wurde am 12. November 2025 auf einem OECD-Webinar gehalten.
Sie bietet eine hochrangige Perspektive der BIS auf die anhaltende Relevanz und die sich wandelnden Herausforderungen der Zentralbank-Unabhängigkeit.
Die Analyse beleuchtet historische Lehren und zukünftige Spannungsfelder für die Geldpolitik in einem zunehmend komplexen und schockanfälligen globalen Umfeld.
Fundamentale Diskussion mit Implikationen
Die Rede ist von hoher Relevanz (4), da sie ein Kernprinzip der Geldpolitik – die Zentralbank-Unabhängigkeit – im Kontext aktueller und zukünftiger globaler Herausforderungen beleuchtet.
Sie liefert eine wichtige Einschätzung der BIS zu den notwendigen Anpassungen.
Die Signalstärke (3) ist implizit, da keine konkreten Policy-Änderungen angekündigt werden, sondern eine strategische Orientierung und die Betonung der Notwendigkeit von Transparenz und Rechenschaftspflicht als Reaktion auf eine komplexere Welt.
Original: Central bank independence in a changing world
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