BIS Paper

Anleihemärkte unter der Lupe: Reibungsverluste und Stabilität in UK

Handelsfriktionen und Wohlfahrtsverluste

Das BIS-Papier entwickelt ein einheitliches Rahmenwerk zur Messung von Handelsfriktionen in britischen Staats- und Unternehmensanleihemärkten.

Ein strukturelles OTC-Handelsmodell, basierend auf Transaktionsdaten, identifiziert Suchfriktionen und die Marktmacht von Intermediären.

Die Studie zeigt, dass Handelsverzögerungen und Intermediationsfriktionen im Unternehmensanleihemarkt stärker ausgeprägt sind.

Wohlfahrtsverluste betragen 2,4 % bei Staatsanleihen und 5,0 % bei Unternehmensanleihen, primär durch Handelsverzögerungen verursacht.

Während Stressphasen wie der Covid-19-Krise verdoppeln sich diese Verluste mehr als, was die Fragilität der OTC-Marktstruktur verdeutlicht.

Die Analyse gleicher Kunden über beide Märkte hinweg ermöglicht präzise Vergleiche.

Bedeutung für Finanzstabilität

Diese Forschung ist für Zentralbanken von hoher Relevanz, da sie direkte Auswirkungen auf die Finanzstabilität und das Funktionieren der Märkte hat.

Das Verständnis von Handelsfriktionen und ihren Wohlfahrtskosten, insbesondere in den entscheidenden Anleihemärkten, ist für die Bewertung systemischer Risiken unerlässlich.

Die Quantifizierung erhöhter Verluste in Stressphasen liefert wertvolle Einblicke in die Marktstabilität und potenzielle Schwachstellen, die Zentralbankinterventionen erforderlich machen könnten.

Die Ergebnisse können regulatorische Maßnahmen zur Verbesserung der Marktliquidität und zur Reduzierung von Intermediationskosten untermauern und so die Robustheit des Finanzsystems insgesamt stärken.

Implikationen für Marktstabilität

Das Papier liefert entscheidende quantitative Einblicke in die Funktionsweise und Anfälligkeiten der OTC-Anleihemärkte, die für die Finanzstabilität zentral sind.

Die Ergebnisse zu Wohlfahrtsverlusten und deren Verstärkung in Stressphasen geben ein implizites Signal für potenzielle politische Schwerpunkte, etwa bei der Marktstruktur oder Liquiditätsmechanismen.

Die robusten empirischen Belege untermauern Zentralbank-Einschätzungen zur Marktstabilität und zur Notwendigkeit makroprudenzieller Aufsicht.

Original: Comparing search and intermediation frictions across markets

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