EU-Finanzmarktinfrastruktur: CPMI-IOSCO sieht Fortschritte, empfiehlt aber Verbesserungen
EU-Finanzmarktinfrastruktur weitgehend PFMI-konform
Ein aktueller Bericht des CPMI-IOSCO bewertet die Umsetzung der Principles for Financial Market Infrastructures (PFMI) in der EU.
Demnach ist der Rahmen für systemrelevante Zahlungssysteme (PSs) sowie Zentralverwahrer (CSDs) und Wertpapierabwicklungssysteme (SSSs) weitgehend vollständig und konsistent mit den PFMI.
Insbesondere für PSs wird eine vollständige Konsistenz festgestellt.
Für CSDs/SSSs ist die Umsetzung in den meisten Aspekten konsistent.
Die Bewertung, die den Stand vom Oktober 2019 widerspiegelt, identifiziert jedoch auch Bereiche mit Verbesserungsbedarf.
Diese betreffen Aspekte, in denen die Umsetzung nur weitgehend, teilweise oder gar nicht konsistent war, insbesondere im Hinblick auf Risiko- und Governance-Prinzipien.
Separate Bewertungen wurden für Zahlungssysteme im Euroraum und in Schweden durchgeführt.
Eine separate Level-2-Bewertung für das Vereinigte Königreich ist geplant und wurde in diesem Bericht nicht berücksichtigt.
Bedeutung der FMI-Stabilität für Zentralbanken
Die Stabilität und Effizienz von Finanzmarktinfrastrukturen (FMIs) wie Zahlungssystemen und Zentralverwahrern sind von zentraler Bedeutung für die Finanzstabilität und das reibungslose Funktionieren der Wirtschaft.
Die Principles for Financial Market Infrastructures (PFMI) von CPMI-IOSCO stellen internationale Standards dar, die darauf abzielen, Risiken in diesen Systemen zu mindern und ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken.
Diese Bewertung der EU-Umsetzung ist daher für Zentralbanken und Aufsichtsbehörden von hoher Relevanz, da sie Aufschluss über die Robustheit des europäischen Finanzsystems gibt und potenzielle Schwachstellen aufzeigt, die weiterer regulatorischer Aufmerksamkeit bedürfen.
Eine frühere Bewertung für EU-Zentralbanken und Transaktionsregister wurde bereits 2015 veröffentlicht.
Wichtige Bewertung mit impliziten Handlungsempfehlungen
Die Bewertung der PFMI-Umsetzung ist für Zentralbanken von hoher Relevanz (Score 4), da sie direkt die Stabilität des Finanzsystems betrifft.
Robuste Finanzmarktinfrastrukturen sind essenziell für die Geldpolitik und die Finanzstabilität.
Obwohl es sich um eine deskriptive Bewertung des Ist-Zustandes handelt, identifiziert der Bericht konkrete Bereiche für Verbesserungen.
Diese Empfehlungen haben eine implizite Signalwirkung (Score 3) für Regulierungs- und Aufsichtsbehörden, da sie auf Handlungsfelder hinweisen, um die Widerstandsfähigkeit der FMIs weiter zu stärken und die vollständige Einhaltung der internationalen Standards zu gewährleisten.