BIS Paper

Klimarisiken treiben Staatsanleihezinsen: Fokus auf Entwicklungsländer

Klimarisiken und Staatsanleihen

Die Studie der BIZ analysiert die Reaktion von Staatsanleihezinsen auf Klima-Risiken in 52 Ländern von 2000 bis 2023.

Sie unterscheidet zwischen Übergangsrisiken (CO2-Emissionen) und physischen Risiken (Temperaturanstieg, Wetterkatastrophen).

Übergangsrisiken sind mit höheren Zinsen verbunden, besonders für Entwicklungsländer und Hoch-Emittenten nach dem Pariser Abkommen.

Chronische Temperaturänderungen werden von Investoren noch nicht vollständig eingepreist.

Akute Wetterkatastrophen hingegen erhöhen die Kreditkosten erheblich, insbesondere für ärmere und hoch verschuldete Länder.

Dies unterstreicht die Notwendigkeit für Länder mit hoher Katastrophenexposition, ihre fiskalische Solvenz angesichts zunehmender Wetterextreme zu stärken, um Finanzstabilität zu gewährleisten.

Implikationen für Finanzstabilität

Diese BIZ-Analyse ist hochrelevant für Zentralbanken, da sie die direkten Auswirkungen von Klimarisiken auf die Staatsfinanzen und damit auf die Finanzstabilität beleuchtet.

Steigende Staatsanleihezinsen aufgrund von Klima- oder Übergangsrisiken können die Schuldentragfähigkeit beeinträchtigen und Spillover-Effekte auf Unternehmensschuldenmärkte haben.

Die Erkenntnisse über die unzureichende Einpreisung chronischer Risiken und die akute Reaktion auf Wetterkatastrophen sind entscheidend für die Risikobewertung und die Entwicklung von Stresstests im Finanzsektor.

Zentralbanken müssen diese Dynamiken verstehen, um ihre Mandate im Bereich der Preis- und Finanzstabilität effektiv erfüllen zu können.

Wichtige Erkenntnisse für Zentralbanken

Die Studie liefert wichtige empirische Belege für den Einfluss von Klimarisiken auf Staatsanleihen, was direkt die Finanzstabilität und die Risikobewertung von Zentralbanken betrifft.

Die Differenzierung zwischen Übergangs- und physischen Risiken sowie die Auswirkungen auf verschiedene Länderkategorien bieten implizite Hinweise für die Entwicklung von Klimastresstests und die Bewertung von Staatsrisiken.

Dies ist entscheidend für die Überwachung der Schuldentragfähigkeit und die Stabilität des Finanzsystems.