US-Dollar bleibt begehrt, Treasuries verlieren ihren Glanz
Das Ende der Treasury-Sonderstellung
Die Sonderstellung des US-Dollars und der US-Staatsanleihen entkoppelt sich dramatisch.
Eine neue BIS-Studie zeigt: Während der Dollar nach der globalen Finanzkrise seine Attraktivität als sicherer Hafen und Finanzierungswährung behauptet, ist die sogenannte 'Convenience Yield' von US-Treasuries massiv eingebrochen – und seit 2023 selbst bei kurzen Laufzeiten negativ.
Das bedeutet: US-Staatsanleihen sind im Vergleich zu synthetischen Dollar-Bonds aus G10-Staatsanleihen nicht mehr per se vorteilhafter.
Haupttreiber sind das stark gestiegene US-Schuld-zu-BIP-Verhältnis und die verschärften Bilanzrestriktionen globaler Finanzintermediäre.
Auch die Risikosensitivität hat sich gedreht: Dollar-Convenience steigt bei Risikoaversion, Treasury-Convenience fällt.
Die Erosion des Safe-Haven-Status
Die Debatte um die Zukunft des US-Dollars als Weltleitwährung und den Status von US-Treasuries als ultimativer sicherer Hafen wird durch diese Studie neu befeuert.
Angesichts explodierender US-Staatsschulden und der zunehmenden Fragmentierung der globalen Finanzmärkte stellt sich die Frage, wie lange die USA noch von den Privilegien ihrer Währung und Anleihen profitieren können.
Die Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die "Specialness" der Treasuries an ihre Grenzen stößt, während der Dollar seine dominante Rolle, getragen von globaler Nachfrage und Intermediationskosten, vorerst behält.
Ein Weckruf für die US-Finanzpolitik
Die Studie liefert empirische Belege für eine fundamentale Verschiebung im internationalen Finanzsystem.
Sie zwingt dazu, die Annahme von der unangefochtenen Sonderstellung von US-Treasuries zu überdenken und die Rolle der Staatsverschuldung kritisch zu hinterfragen.
Für Anleger bedeutet dies eine Neubewertung von Risikoprämien und Diversifikationsstrategien.
Für die US-Politik ist es ein klarer Hinweis auf die Grenzen der fiskalischen Expansion.
Original: Decoupling Dollar and Treasury Privilege
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