Beau warnt: Europas Zahlungsverkehr droht digitale Dollar-Dominanz
Der Kampf um den Euro-Zahlungsverkehr
Denis Beau von der Banque de France schlägt Alarm: Europas Zahlungsverkehr droht eine wachsende Abhängigkeit von US-Technologien und dem digitalen Dollar.
Er warnt vor einer "digitalen Dollarisierung" durch Stablecoins und der Dominanz amerikanischer Kartenanbieter wie Visa und Mastercard.
Die Notenbank reagiert mit einer Dreifachstrategie: dem digitalen Euro für den Retail-Bereich, dem Wholesale-CBDC-Projekt Pontes bis Ende 2026 und der DLT-Infrastruktur Appia für den Post-Trade-Markt.
Beau fordert zudem eine Stärkung der MiCA-Regulierung, um die Risiken nicht-europäischer Stablecoins einzudämmen.
Es ist ein Wettlauf um monetäre Souveränität und finanzielle Stabilität.
Geopolitik trifft digitalen Zahlungsverkehr
Die Rede reiht sich in die wachsende Besorgnis europäischer Zentralbanken über die digitale Souveränität ein.
Angesichts geopolitischer Spannungen und der aktiven Förderung des Dollars durch die US-Regierung, sehen sich europäische Zahlungssysteme zunehmend unter Druck.
Die Abhängigkeit von US-Technologiegiganten und dollar-gestützten Stablecoins offenbart strukturelle Schwächen.
Beau positioniert die Banque de France als treibende Kraft, die mit konkreten Projekten wie dem digitalen Euro und Wholesale-CBDC dieser Entwicklung entgegenwirken will, während die MiCA-Regulierung bereits als unzureichend gilt.
Klarer Kurs gegen digitale Abhängigkeit
Beau liefert nicht nur eine Analyse der Risiken, sondern präsentiert eine detaillierte Roadmap der Banque de France und des Eurosystems.
Die Betonung der "digitalen Dollarisierung" und die konkreten Projekte (Digital Euro, Pontes, Appia) zeigen, dass die Notenbank hier eine strategische Priorität setzt.
Es ist ein Weckruf, der über technische Details hinausgeht und die geopolitische Dimension des Zahlungsverkehrs beleuchtet.