Bulgarien: Euro-Beitritt als Stabilitätsanker in unsicheren Zeiten
Bulgariens Euro-Vollendung
Bulgarien steht kurz vor dem Euro-Beitritt, den Notenbankchef Dimitar Radev als logische Vollendung einer über 20-jährigen wirtschaftlichen Ausrichtung bezeichnet.
Die Einführung des Euro sei kein Neuanfang, sondern die Formalisierung eines Weges, der seit Langem durch das an die D-Mark und später den Euro gekoppelte Currency Board geprägt ist.
Radev betont die Vorteile: gestärktes Vertrauen, tiefere Finanzmarktintegration und erhöhte Resilienz durch Zugang zu den Stabilitätsinstrumenten der Eurozone.
Bedenken der Bürger bezüglich Preisanstiege seien temporär und durch strenge Aufsicht abfederbar.
Trotz politischer Spannungen bestehe ein breiter Konsens für den Beitritt.
Eurozone vertieft Integration
Der Beitritt Bulgariens zur Eurozone reiht sich in die jüngsten Erweiterungen ein, zuletzt durch Kroatien.
In einer Zeit globaler Fragmentierung und geopolitischer Spannungen unterstreicht dieser Schritt das Bestreben der EU, ihre wirtschaftliche und finanzielle Architektur zu stärken.
Radevs Rede hebt die Bedeutung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) hervor, dessen reformierter Vertrag die Bankenunion untermauern soll.
Bulgarien bringt als kleine, offene Volkswirtschaft mit langer Erfahrung in fiskalischer Disziplin und Schockanpassung eine wertvolle Perspektive in den EZB-Rat ein.
Strategischer Anker in turbulenten Zeiten
Bulgariens Euro-Beitritt ist mehr als ein technischer Währungswechsel; er ist eine strategische Entscheidung, die in Zeiten erhöhter globaler Unsicherheit Stabilität und Vertrauen schaffen soll.
Die lange Vorbereitungszeit und der breite politische Konsens verleihen dem Schritt Glaubwürdigkeit.
Für die Eurozone bedeutet dies eine weitere Vertiefung der Integration und die Aufnahme eines Landes, das Erfahrung in fiskalischer Disziplin mitbringt.
Original: Dimitar Radev: Bulgaria's accession to the euro area
IN: