BIS Paper

Umweltfaktoren steuern Kapitalflüsse in Schwellenländer neu

Umweltaspekte prägen Kapitalströme in EMEs

Die BIS-Studie vom 24. November 2025 untersucht den Einfluss von Umweltfaktoren auf Kapitalflüsse in Schwellenländer (EMEs).

Die Analyse von 21 EMEs und 19 AEs von 1996 bis 2023 zeigt, dass EMEs mit geringerer Anfälligkeit für Extremwetter, einem grüneren Energiemix und stärkeren Klimapolitiken mehr Kapital anziehen.

Die Studie differenziert dabei zwischen physischen Risiken, Übergangsrisiken und dem Energiemix als neuem Faktor.

Interessanterweise führen strengere Umweltauflagen in Industrieländern (AEs) zu erhöhten Kapitalflüssen in EMEs mit schwächeren grünen Regulierungen, was auf einen "Emissions-Shifting"-Effekt hindeutet.

Gleichzeitig lenken diese Vorschriften aber auch mehr Investitionen in EMEs mit einem grüneren Energiemix.

Die Ergebnisse unterstreichen die wachsende Bedeutung von Umweltaspekten für internationale Kapitalströme und deren Neuausrichtung.

Relevanz für Zentralbanken und Finanzstabilität

Die Erkenntnisse der BIS-Studie sind für Zentralbanken und Finanzinstitutionen von hoher Relevanz.

Sie beleuchten, wie Umweltfaktoren die Risikoprofile von Vermögenswerten verändern und somit die Kapitalallokation global beeinflussen.

Insbesondere der "Emissions-Shifting"-Effekt könnte neue Herausforderungen für die internationale Finanzstabilität und die Koordinierung von Klimapolitiken darstellen.

Zentralbanken müssen diese Dynamiken verstehen, um potenzielle Risiken für das Finanzsystem frühzeitig zu erkennen und geeignete makroprudenzielle Maßnahmen zu entwickeln.

Die Studie liefert wichtige Grundlagen für die Integration von Klimaaspekten in die Finanzmarktüberwachung und -regulierung.

Implikationen für Klimapolitik und Kapitalmärkte

Die Studie liefert wichtige empirische Belege für den Einfluss von Umweltfaktoren auf internationale Kapitalflüsse.

Der identifizierte "Emissions-Shifting"-Effekt ist ein kritisches Signal für Regulierungsbehörden und Zentralbanken, da er unbeabsichtigte Folgen von Klimapolitiken aufzeigen könnte.

Die Ergebnisse sind implizit für die Gestaltung zukünftiger makroprudenzieller Maßnahmen und die Integration von Klimarisiken in die Finanzmarktüberwachung relevant.

Sie stärken das Verständnis für die Notwendigkeit einer koordinierten globalen Klimapolitik.

Original: Environmental factors and capital flows to emerging markets

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