Panetta: Dollar-Ära vor Wandel – Tech und Geopolitik formen neues IMS
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Panetta: Dollar-Ära vor Wandel – Tech und Geopolitik formen neues IMS

IMS-Umbruch: Langsam und schnell

Fabio Panetta sieht das dollarzentrierte internationale Währungssystem (IMS) vor einem tiefgreifenden Wandel.

Ein US-Zollschock im April 2025, der den Dollar ungewöhnlich schwächte, signalisierte eine neue Ära der Skepsis gegenüber der Leitwährung.

Dieser Umbruch wird von "langsamen" Kräften wie dem Aufstieg der Schwellenländer und den US-Schulden, aber auch von "schnellen" Kräften wie disruptiven Technologien (DLT, Tokenisierung) angetrieben.

Panetta betont, dass diese Prozesse nicht nur Effizienzgewinne versprechen, sondern auch neuartige Risiken für die globale Finanzarchitektur bergen, was eine anpassungsfähige und vorausschauende Politik erfordert.

Geopolitik trifft Geldpolitik

Die Debatte um die Zukunft des US-Dollars als globale Leitwährung gewinnt an Fahrt, befeuert durch geopolitische Spannungen und die Suche nach Alternativen.

Panettas Analyse setzt einen klaren Akzent: Die Kombination aus strukturellen Verschiebungen – wie Chinas Aufstieg und die US-Schuldenlast – und technologischen Sprüngen wie CBDCs und Tokenisierung schafft einen Cocktail, der das Fundament des bestehenden Systems erschüttert.

Es ist eine Warnung, dass die Stabilität des IMS keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Dollar-Dominanz unter Druck

Panetta liefert eine prägnante Analyse der Kräfte, die das internationale Währungssystem umgestalten.

Die Erwähnung des US-Zollschocks als Wendepunkt ist ein starkes, konkretes Signal.

Auch wenn keine direkten geldpolitischen Implikationen für die EZB genannt werden, ist die Rede ein wichtiger Beitrag zur strategischen Debatte über die globale Finanzarchitektur.