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Studienkredit-Ausfälle: Servicer treiben Risiko, doch Folgen für Kreditwürdigkeit begrenzt

Servicer-Qualität beeinflusst Studienkredit-Ausfälle

Meredith Welch von der American University und der Federal Reserve Bank of Philadelphia analysiert in einem Working Paper die finanziellen Folgen von Studienkredit-Verzug und -Ausfall sowie die Rolle der Servicer.

Basierend auf anonymisierten Konsumentenkreditdaten zeigt die Studie, dass die Zuweisung zu einem Servicer mit höherer Ausfallquote die Wahrscheinlichkeit eines Studienkredit-Ausfalls um etwa 6 % erhöht.

Überraschenderweise stellt die Autorin fest, dass ein solcher servicer-induzierter Ausfall kaum messbare Auswirkungen auf die allgemeine Kreditwürdigkeit, den Zugang zu weiteren Krediten oder die finanzielle Notlage der Kreditnehmer hat.

Dies deutet darauf hin, dass marginale Schuldner oft bereits vor dem Studienkredit-Ausfall breitere finanzielle Schwierigkeiten aufweisen, wodurch der zusätzliche Schaden durch den Ausfall begrenzt ist.

Servicer sind demnach entscheidende Faktoren für die Rückzahlungsquoten, doch die kausalen Effekte eines Ausfalls auf andere Kreditmärkte sind gering.

Debatte um Studienkredit-Last und Servicer-Rolle

Die Studie erscheint inmitten einer anhaltenden Debatte über die immense Last der US-Studienkreditschulden, die dritthöchste Haushaltschuld nach Hypotheken und Autokrediten.

Hohe Ausfallquoten und die erschwerte Entschuldung im Konkurs sind zentrale politische Herausforderungen.

Die Rolle der Studienkredit-Servicer steht seit Jahren im Fokus von Regulierungsbehörden und Verbraucherschützern, die ihnen oft mangelhafte Beratung und Praktiken vorwerfen.

Diese Arbeit ist bemerkenswert, da sie durch die Ausnutzung der zufälligen Servicer-Zuweisung kausale Effekte isoliert und die Diskussion um die tatsächlichen Auswirkungen von Ausfällen auf die breitere Finanzlage der Schuldner nuanciert.

Neue Perspektive auf Studienkredit-Ausfallfolgen

Diese Studie bietet eine methodisch robuste, kausale Analyse der Rolle von Studienkredit-Servicern und den Folgen von Ausfällen.

Sie ist wichtig, da sie die oft emotional geführte Debatte um Studienkredite mit empirischen Daten untermauert.

Die Erkenntnis, dass servicer-induzierte Ausfälle für marginale Schuldner keine signifikanten zusätzlichen Schäden an der Kreditwürdigkeit verursachen, stellt eine wichtige Nuance dar, die politische Maßnahmen beeinflussen könnte.