Fed-Pressekonferenzen entthronen Statements als wichtigste Nachrichtenquelle
Die neue Macht der Fed-Pressekonferenz
Monetäre Überraschungen sind zurück – und sie kommen nicht mehr primär aus den FOMC-Statements.
Eine neue Studie der Fed und Oxford zeigt: Seit März 2022 haben die Post-Meeting-Pressekonferenzen der Fed die Statements als wichtigste Quelle für geldpolitische Nachrichten abgelöst.
Sie liefern unabhängige Signale, die Finanzmärkte stärker bewegen als die Statements selbst.
Die Forscher stellen dafür die USMPD-Datenbank vor, die hochfrequente Marktdaten rund um FOMC-Ereignisse bündelt.
Die Analyse belegt zudem, dass geldpolitische Überraschungen die Inflationserwartungen und Risikoanlagen, insbesondere Dividenden-Derivate, signifikant und negativ beeinflussen.
Die Effekte auf Erwartungen sind am stärksten bei Horizonten von drei bis fünf Jahren, was auf lange Transmissionspfade oder eine Neubewertung der Fed-Reaktionsfunktion hindeutet.
Die Evolution der Fed-Kommunikation
Zentralbanken ringen seit Jahren um die optimale Kommunikationsstrategie.
Die Fed hat ihre Transparenz schrittweise erhöht, von reinen Statements hin zu Pressekonferenzen und detaillierten Protokollen.
Diese Studie liefert nun den empirischen Beleg, wie sich die Gewichtung der Kommunikationskanäle in der Wahrnehmung der Märkte verschoben hat.
Insbesondere in Zeiten erhöhter Volatilität und Zinsstraffung wird die präzise Entschlüsselung geldpolitischer Signale für Investoren und Analysten noch wichtiger.
Die neue Datenbank schafft hierfür eine dringend benötigte, standardisierte Grundlage.
Pflichtlektüre für Fed-Beobachter
Die Studie ist ein Meilenstein für die Analyse der Fed-Kommunikation.
Sie liefert nicht nur eine essenzielle neue Datenbasis, sondern korrigiert auch etablierte Annahmen über die Wirkung geldpolitischer Überraschungen auf Inflation und Risikoanlagen.
Die Erkenntnis, dass Pressekonferenzen die Statements überflügeln, ist für jeden Marktteilnehmer von höchster Relevanz und verändert die Art, wie Fed-Sitzungen analysiert werden sollten.