BIS Speech

BIS warnt vor fiskalischen Risiken durch hohe Staatsverschuldung und Nichtbanken

BIS-Chef warnt vor neuen Finanzstabilitätsrisiken

Der Generaldirektor der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS), Pablo Hernández de Cos, warnte in einem Vortrag an der London School of Economics am 27. November 2025 vor erheblichen fiskalischen Bedrohungen im sich wandelnden globalen Finanzsystem.

Seit der globalen Finanzkrise sind die Staatsverschuldungsquoten in vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften auf historische Nachkriegshochs gestiegen.

Parallel dazu hat sich die Präsenz von Nichtbanken-Finanzinstituten (NBFIs) an den Märkten für Staatsanleihen deutlich verstärkt.

Diese Kombination schafft neue und komplexe Herausforderungen für die Finanzstabilität, die sowohl nationale als auch internationale Dimensionen umfassen.

Hernández de Cos betonte, dass politische Entscheidungsträger diesen Herausforderungen mit einem sorgfältig ausgewählten Instrumentenmix begegnen müssen.

Dieser Mix sollte fiskalische, geldpolitische und aufsichtsrechtliche Maßnahmen umfassen, um die Stabilität des Finanzsystems angesichts der erhöhten Verschuldung und der veränderten Marktstruktur zu gewährleisten.

Die Notwendigkeit einer koordinierten und umfassenden Strategie wird hervorgehoben, um potenzielle systemische Risiken proaktiv zu managen und die Resilienz gegenüber zukünftigen Schocks zu stärken.

Die BIS sieht hier dringenden Handlungsbedarf, um die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen und die Robustheit des Finanzsektors zu sichern.

Bedeutung der BIS-Warnung für Zentralbanken

Die Warnung des BIS-Generaldirektors Pablo Hernández de Cos ist hochrelevant für Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden weltweit.

Sie unterstreicht die wachsende Besorgnis über die Wechselwirkungen zwischen hoher Staatsverschuldung, der zunehmenden Rolle von Nichtbanken im Finanzsystem und potenziellen Risiken für die Finanzstabilität.

In einem Umfeld steigender Zinsen und anhaltender Inflationsdrucke könnten fiskalische Schwachstellen schneller zu Marktverwerfungen führen.

Die BIS als 'Bank der Zentralbanken' betont damit die Notwendigkeit einer integrierten Politikkoordination zwischen Fiskal-, Geld- und Aufsichtspolitik.

Dies ist entscheidend, um systemische Risiken zu mindern und die Resilienz des globalen Finanzsystems zu stärken, insbesondere da die Grenzen zwischen traditionellen Banken und Nichtbanken zunehmend verschwimmen.

Systemische Risiken erfordern koordiniertes Handeln

Die Rede des BIS-Generaldirektors ist von hoher Relevanz, da sie auf systemische Risiken durch hohe Staatsverschuldung und die wachsende Rolle von Nichtbanken hinweist, die das globale Finanzsystem destabilisieren könnten.

Die explizite Forderung nach einem koordinierten Einsatz von fiskalischen, geldpolitischen und aufsichtsrechtlichen Instrumenten stellt eine klare Forward Guidance für politische Entscheidungsträger dar.

Dies ist keine bloße Beschreibung, sondern eine Aufforderung zum Handeln, die auf die Notwendigkeit einer umfassenden Strategie zur Wahrung der Finanzstabilität abzielt.

Die BIS als Hüterin der Finanzstabilität sendet hier ein starkes Signal an Zentralbanken und Regierungen.

Original: Fiscal threats in a changing global financial system

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