Villeroy de Galhau: EZB in guter Lage, aber nicht sicher
Inflation im Griff, Unsicherheit bleibt
Die Europäische Zentralbank hat die Inflation im Euroraum erfolgreich auf 2,2 Prozent nahe ihres Ziels gebracht, ohne eine Rezession auszulösen.
Doch diese „gute Position“ sei weder komfortabel noch fest, warnt Frankreichs Notenbankchef Villeroy de Galhau.
„Knightian uncertainty“ durch Geopolitik, Fiskalrisiken und KI-Bewertungen prägt das Umfeld.
Divergierende Signale von Anleihe- und Aktienmärkten deuten auf kurzfristigen Optimismus, aber langfristige Bedenken hin.
Die scheinbare Stabilität ist eine Illusion angesichts unkalkulierbarer Risiken.
Geldpolitik im Spannungsfeld der Risiken
Nach Jahren intensiver Inflationsbekämpfung hat die EZB ihr Ziel fast erreicht.
Villeroy de Galhaus Rede markiert einen Übergang: Nicht mehr die Höhe der Inflation, sondern die Qualität der Preisstabilität im Angesicht globaler Verwerfungen steht im Vordergrund.
Die Betonung „Knightianischer Unsicherheiten“ signalisiert, dass traditionelle Modelle an ihre Grenzen stoßen.
Dies ist eine Abkehr vom reaktiven Krisenmanagement hin zu einem proaktiven Umgang mit unkalkulierbaren Risiken, die das Vertrauen in die langfristige Stabilität untergraben könnten.
Unsicherheit als neue Konstante
Villeroy de Galhau liefert eine nüchterne Bestandsaufnahme der geldpolitischen Lage.
Die Betonung der „Knightianischen Unsicherheit“ ist ein klares Signal, dass die EZB sich auf ein Umfeld einstellt, in dem traditionelle Risikomodelle versagen.
Dies ist keine Ankündigung neuer Maßnahmen, sondern eine wichtige mentale Vorbereitung auf die Komplexität der kommenden Jahre.