BIS liefert Echtzeit-Mietindex: Besserer Blick auf Inflation
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BIS liefert Echtzeit-Mietindex: Besserer Blick auf Inflation

Mietinflation: Die Lücke zwischen Angebot und Bestand

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) präsentiert ein neuartiges probabilistisches Modell, das die Lücke zwischen schnell verfügbaren Angebotsmieten und den langsamer reagierenden Bestandsmieten schließt.

Basierend auf Millionen von Online-Inseraten für die Schweiz, bereinigt und qualitätsadjustiert, liefert das Modell einen wöchentlichen All-Tenant-Mietindex.

Dieser berücksichtigt nicht nur den graduellen Übergang von Angebots- zu Bestandsmieten durch Mieterwechsel, sondern auch Anpassungen aufgrund des Hypothekenreferenzzinssatzes.

Das Ergebnis: ein Echtzeit-Indikator, der dem offiziellen Schweizer CPI-Mietanteil eng folgt und regionale Unterschiede aufzeigt – ein präzises Frühwarnsystem für Zentralbanken.

Inflationswächter im Daten-Dilemma

Mieten sind in vielen Ländern der größte Posten im Verbraucherpreisindex.

Doch die offiziellen Daten kommen oft verzögert und sind wenig granular – ein blinder Fleck für Zentralbanken, die Inflation präzise überwachen müssen.

Während Angebotsmieten schnell verfügbar sind, spiegeln sie nicht die Mieten wider, die die Mehrheit der Mieter zahlt.

Das BIS-Modell adressiert dieses fundamentale Problem der Inflationsmessung und bietet eine dringend benötigte, tagesaktuelle Perspektive auf einen der wichtigsten Preistreiber.

Ein Präzisionswerkzeug für Notenbanker

Dieses Working Paper ist für Zentralbanken und Policy-Experten von hoher Relevanz, da es eine innovative Methode zur Echtzeit-Messung von Mietinflation vorstellt.

Angesichts der Bedeutung von Mieten im CPI verbessert es die Nowcasting-Fähigkeiten erheblich.

Es liefert zwar keine direkten geldpolitischen Signale, aber ein besseres Verständnis der Inflationsdynamik ist für fundierte Entscheidungen unerlässlich.

Original: From listings to all-tenant rents: a probabilistic model

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