BIS entschlüsselt Miet-CPI: Angebotsdaten als Echtzeit-Kompass
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BIS entschlüsselt Miet-CPI: Angebotsdaten als Echtzeit-Kompass

Echtzeit-Mietdaten für die Inflation

Ein neues Modell der BIZ macht Angebotsmieten zu einem präzisen Frühindikator für die Mietpreisentwicklung im Konsumentenpreisindex (CPI).

Die Studie überbrückt die Lücke zwischen schnell verfügbaren Angebotsmieten und den trägeren Bestandsmieten des CPI.

Für die Schweiz entwickeln die Forscher wöchentliche, hochgranularisierte Mietindizes, die nicht nur neue Mietverträge, sondern auch mietrechtliche Anpassungen bestehender Verträge berücksichtigen.

Das Ergebnis: Eine Korrelation von bis zu 0,92 mit dem offiziellen Miet-CPI und eine um 25% verbesserte Prognosefähigkeit – ein Game-Changer für die Inflationsüberwachung.

Inflationsmessung im Fokus

Die Mietpreisentwicklung ist in vielen Ländern der größte Einzelposten im CPI und damit entscheidend für die Inflationsanalyse.

Doch die offiziellen Daten hinken oft hinterher und sind wenig detailliert.

Während Angebotsmieten in Echtzeit verfügbar sind, spiegeln sie nicht die Mieten aller Mieter wider.

Dieses „Rent Gap“ ist ein bekanntes Problem für Zentralbanken, die präzise und zeitnahe Inflationsdaten benötigen, um fundierte geldpolitische Entscheidungen zu treffen.

Praxisrelevanz für Notenbanker

Die Studie liefert ein konkretes, anwendbares Werkzeug, um eine der größten Schwachstellen der Inflationsmessung zu beheben: die Verzögerung bei Mietdaten.

Für Zentralbanken bedeutet dies potenziell präzisere und schnellere Einblicke in die Kerninflation, was die geldpolitische Steuerung verbessern kann.

Original: From listings to all-tenant rents: a probabilistic model

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