Irlands Zentralbank: Bessere Regeln statt Deregulierung für stabile Finanzmärkte
Makhlouf: Qualität vor Quantität bei Regulierung
Gabriel Makhlouf, Gouverneur der irischen Zentralbank, betonte auf der Financial System Conference 2025 in Dublin die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der Finanzregulierung.
Angesichts einer fragmentierten Weltwirtschaft und technologischer Fortschritte setzt die Bank auf "gut regulieren" statt auf Deregulierung.
Dies bedeutet, Regeln klarer, konsistenter und kohärenter zu gestalten, um unnötige Komplexität zu reduzieren, ohne die Standards für Finanzstabilität und Verbraucherschutz zu senken.
Die Strategie basiert auf sechs Prinzipien: vorausschauend, vernetzt, verhältnismäßig, vorhersehbar, transparent und agil.
Konkrete Schritte umfassen die Straffung von Aufsichts- und Genehmigungsprozessen, die Überprüfung nationaler Rahmenwerke (z.B. Solvency II, AML, IAF/SEAR) und die aktive Mitgestaltung europäischer und globaler Standards.
Makhlouf bekräftigte, dass die Erwartungen an beaufsichtigte Unternehmen nicht gesenkt und die Aufsicht nicht zurückgefahren wird.
Dublin positioniert sich gegen Deregulierungs-Trend
Makhloufs Rede ist vor dem Hintergrund einer globalen Debatte über die Zukunft der Finanzregulierung zu sehen, in der Begriffe wie "Deregulierung" und "Modernisierung" kursieren.
Irland, mit seinem international vernetzten Finanzsektor, positioniert sich klar gegen eine Schwächung der Standards.
Die Betonung auf "gut regulieren" statt "weniger regulieren" spiegelt eine vorsichtige Haltung wider, die Resilienz und Stabilität priorisiert, während sie gleichzeitig auf Effizienz und Transparenz abzielt.
Dies steht im Einklang mit dem breiteren Trend vieler Zentralbanken, die Lehren aus vergangenen Krisen zu bewahren und auf neue Risiken wie Cyberbedrohungen und den wachsenden Nichtbanken-Finanzsektor zu reagieren.
Die enge Verzahnung mit der EU-Gesetzgebung macht Irlands Ansatz zudem zu einem wichtigen Indikator für die zukünftige Ausrichtung der europäischen Finanzmarktregulierung.
Klarer Kurs für effizientere, nicht schwächere Regulierung
Die Rede ist ein substanzielles Update zur Regulierungsphilosophie der irischen Zentralbank und ihrem Fahrplan für die kommenden Jahre.
Sie liefert konkrete Beispiele für geplante Überarbeitungen nationaler Rahmenwerke und betont die Bedeutung der Abstimmung mit europäischen und globalen Standards.
Obwohl keine marktbewegenden Ankündigungen enthalten sind, ist die klare Abgrenzung von einer reinen Deregulierung und das Bekenntnis zu robusten Standards bemerkenswert.
Für institutionelle Investoren und Finanzinstitute, die in Irland tätig sind, bietet sie wichtige Einblicke in die zukünftige Ausrichtung der Aufsicht und die Erwartungen der Regulierungsbehörde.