Makhlouf: Irlands Wohlstand auf Sand gebaut – Weckruf für Resilienz
Resilienz statt Illusion
Irlands Notenbankchef Gabriel Makhlouf warnt eindringlich: Trotz glänzender Wirtschaftsdaten ist die Resilienz des Landes unzureichend.
Die Abhängigkeit von wenigen Konzernen und deren Körperschaftssteuer, die ein Drittel der Staatseinnahmen ausmacht, sei ein erhebliches Risiko.
Angesichts globaler Fragmentierung und interner EU-Barrieren, die einem 110-Prozent-Zoll auf Dienstleistungen gleichkämen, fordert Makhlouf massive Investitionen in Infrastruktur, eine Revitalisierung des europäischen Binnenmarktes und eine neue multilaterale Ordnung.
Sein Fazit: Es gelte, die Zukunft aktiv zu gestalten, statt an überholten Paradigmen festzuhalten.
Europas Zukunftsfragen
Makhloufs Rede fügt sich in eine wachsende Zahl von Appellen europäischer Entscheidungsträger ein, die die strukturellen Schwächen des Kontinents adressieren.
Berichte von Mario Draghi und Enrico Letta haben jüngst die Dringlichkeit einer vertieften Integration des Binnenmarktes und der Kapitalmärkte unterstrichen.
Für Irland, eine kleine, offene Volkswirtschaft, sind diese globalen und europäischen Herausforderungen besonders virulent, da es direkt von Handelsbeziehungen und der Stabilität internationaler Ordnungen abhängt.
Die Warnung vor der Körperschaftssteuer-Abhängigkeit ist zudem ein wiederkehrendes Thema in Dublin.
Klare Ansage, wenig Spielraum
Makhlouf liefert keine neuen geldpolitischen Signale, sondern eine dezidierte Analyse struktureller Risiken und konkrete Handlungsempfehlungen.
Seine Forderung nach einer aktiven Gestaltung der Zukunft und die explizite Kritik an der Überreliance auf Körperschaftssteuer sind ein starkes Signal an Politik und Wirtschaft, die aktuelle Stärke nicht als Selbstverständlichkeit zu sehen.
Original: Gabriel Makhlouf: Economic resilience - what next?
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