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US-Treasuries globaler Anker, Bunds regional: Neue Studie zur Safe-Asset-Rolle

Globale Anleihemärkte: Fed global, EZB regional

Ein neues Working Paper der EZB, erstellt im Rahmen des Lamfalussy Fellowship Programms, analysiert Portfolio-Umschichtungen in internationalen Anleihemärkten.

Die Autorin Tsvetelina Nenova zeigt mittels granularer Daten, dass US-Treasuries als globaler sicherer Hafen fungieren und bei Umschichtungen auch durch risikoreichere Anleihen ersetzt werden.

Deutsche Bundesanleihen dienen primär als regionaler Anker innerhalb der Eurozone, substituiert vorwiegend durch andere hoch bewertete Staatsanleihen des Euroraums.

Diese divergierenden Muster haben weitreichende Implikationen für die geldpolitische Transmission: Fed-Politik kann globale Auswirkungen auf risikoreiche Anleihen haben, während EZB-Effekte eher regional begrenzt bleiben.

In Stresszeiten verschlechtert sich zudem die Substituierbarkeit, was die Wirksamkeit geldpolitischer Maßnahmen, die auf sichere Anleihen abzielen, beeinträchtigt.

Zentralbanken ringen um globale Wirkungskanäle

Die Studie liefert wichtige neue Erkenntnisse für die Debatte über die globale Rolle des US-Dollars und des Euro sowie die grenzüberschreitende Transmission von Geldpolitik.

Die Unterscheidung zwischen dem globalen Einfluss der Fed und dem eher regionalen der EZB ist für Zentralbanker und Investoren von hoher Relevanz.

Die innovative Methodik und die Nutzung granularer Daten ermöglichen eine präzisere Charakterisierung von Portfolio-Umschichtungen.

Die Erkenntnisse zur nachlassenden Substituierbarkeit in Krisenzeiten sind zudem entscheidend für die Gestaltung von Krisenreaktionsmaßnahmen und die Wahl geeigneter geldpolitischer Instrumente.

Fundamentale Einsichten für Zentralbanker

Dieses Working Paper bietet dank neuartiger Methodik und granularer Daten tiefe Einblicke in internationale Anleihemärkte.

Die klare Unterscheidung der Safe-Asset-Rollen von US-Treasuries und Bundesanleihen sowie die Implikationen für die geldpolitische Transmission sind von hoher praktischer Relevanz für Zentralbanken.

Die Erkenntnisse zu Krisenzeiten sind zudem wertvoll für die Finanzstabilität und die Instrumentenwahl.