Lateinamerikas Politik-Unsicherheit: Wachstumskiller mit globaler Reichweite
BIS Paper

Lateinamerikas Politik-Unsicherheit: Wachstumskiller mit globaler Reichweite

Unsicherheit als Exportgut

Politische Unsicherheit in Lateinamerika ist ein Wachstumskiller, der weit über die Region hinauswirkt.

Eine neue BIS-Studie zeigt, wie EPU-Schocks das BIP-Wachstum dämpfen, Kapitalflüsse abschrecken und Wechselkurse destabilisieren.

Besonders brisant: Brasilien und Mexiko fungieren als Epizentren regionaler Ansteckung.

Die Effekte reichen bis zu globalen Handelspartnern wie den USA und China, wobei Spanien als besonders anfällig identifiziert wird.

Die Forscher untermauern dies mit neuen, harmonisierten EPU-Indizes für elf Länder.

Die Kosten der Instabilität

Die Debatte um die Rolle institutioneller Stabilität für nachhaltiges Wachstum ist in Lateinamerika besonders virulent.

Häufige Politikwechsel, oft getrieben von politischen Zyklen, schaffen ein Klima der Unsicherheit, das Investitionen und Produktivität hemmt.

Während die Forschung die Übertragung von Schocks aus Industrieländern auf Schwellenmärkte intensiv beleuchtet hat, fehlte eine detaillierte Analyse der intra-regionalen EPU-Spillovers und deren globaler Reichweite.

Diese Studie schließt eine wichtige Lücke.

Empirischer Beleg für Ansteckungsgefahren

Die Studie liefert einen umfassenden, empirischen Beleg für die makroökonomischen Kosten politischer Unsicherheit in Lateinamerika und deren grenzüberschreitende Ausbreitung.

Die Identifizierung von Brasilien und Mexiko als zentrale Transmissionsländer sowie die spezifische Exposition Spaniens sind wichtige Erkenntnisse für Investoren und Policy-Experten.

Für die unmittelbare Geldpolitik liefert sie jedoch keine direkten Signale.