Norges Bank: Restriktive Geldpolitik sichert Jobs und dämpft Preise
Norwegens Zentralbank im Spagat
Ida Wolden Bache, Gouverneurin der Norges Bank, erläuterte vor dem norwegischen Gewerkschaftsverband Fellesforbundet die geldpolitische Strategie im Spannungsfeld von Inflation und Beschäftigung.
Sie betonte die Rolle der Zentralbank, Preisstabilität bei 2 Prozent zu gewährleisten, während gleichzeitig hohe Beschäftigung gefördert wird.
Nach drastischen Zinserhöhungen von 0 auf 4,5 Prozent zur Bekämpfung globaler Kostenschocks und einer schwachen Krone, wurde der Leitzins zuletzt auf 4 Prozent gesenkt.
Bache hob hervor, dass trotz hoher Lohnzuwächse und anhaltend stark steigender Inlandspreise, das koordinierte Lohnsystem Norwegens das Risiko von Lohn-Preis-Spiralen mindert.
Die Norges Bank strebe eine Rückführung der Inflation zum Ziel an, ohne einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit zu provozieren.
Der Ausblick sieht eine weitere Verbesserung der Kaufkraft und moderat steigende Zinsen vor, die jedoch nicht das Vorkrisenniveau erreichen werden.
Geldpolitik im nordischen Modell
Die Rede von Gouverneurin Bache bietet Einblicke in die spezifischen Herausforderungen der norwegischen Geldpolitik nach globalen Schocks.
Während viele Zentralbanken mit ähnlichen Inflationsproblemen kämpfen, hebt Bache das norwegische Modell der koordinierten Lohnfindung als stabilisierenden Faktor hervor, der das Risiko von Lohn-Preis-Spiralen reduziert.
Dies könnte der Norges Bank einen gewissen Spielraum bei der Abwägung zwischen Inflationsbekämpfung und Arbeitsplatzerhalt geben.
Die Ansprache an den Gewerkschaftsverband unterstreicht die Bedeutung des Arbeitsmarktes und der Lohnentwicklung für die geldpolitische Entscheidungsfindung und die Kommunikation der Zentralbank.
Klare Botschaft, bekannte Richtung
Die Rede bietet einen umfassenden Überblick über die Strategie der Norges Bank, die den Zielkonflikt zwischen Inflation und Beschäftigung klar artikuliert.
Obwohl der Leitzinspfad (eine Senkung pro Jahr) bereits bekannt war, liefert die detaillierte Begründung, insbesondere die Interaktion mit Lohnwachstum und dem koordinierten Tarifsystem, wertvollen Kontext für Investoren und Policy-Experten.
Sie bekräftigt das Engagement der Zentralbank für einen ausgewogenen Ansatz.