Inflation entlarvt Fed-Rätsel: Märkte unterschätzen Notenbank
BIS Paper

Inflation entlarvt Fed-Rätsel: Märkte unterschätzen Notenbank

Inflation als Markt-Orakel

Inflation ist ein unerkannter Treiber für Anleihe- und Devisenmärkte, der selbst die Informationen der Zinskurve übertrifft.

Ein neues BIS-Papier zeigt: Hohe US-Inflation prognostiziert unerwartet niedrige Anleiherenditen und einen starken Dollar.

Der Mechanismus dahinter ist die unvollständige Information der Investoren über die tatsächliche Reaktionsfunktion der Federal Reserve.

Märkte unterschätzen demnach die Straffungsbereitschaft der Fed bei steigender Inflation, was zu überraschenden geldpolitischen Schocks führt.

Das stellt gängige Makro-Finanzmodelle infrage und liefert eine neue Perspektive auf die Interaktion von Notenbanken und Markterwartungen.

Fed-Kommunikation auf dem Prüfstand

Die Debatte um die Transparenz und Vorhersehbarkeit von Zentralbankpolitik ist alt, erhält aber durch die jüngsten Inflationsschübe neue Brisanz.

Dieses Papier stellt die Annahme infrage, dass Märkte die geldpolitische Reaktion auf Inflation vollständig antizipieren.

Es zeigt, dass selbst nach Berücksichtigung der Zinskurve – dem vermeintlichen Alleskönner in Makro-Finanzmodellen – noch eine Informationslücke bleibt.

Für Anleger bedeutet dies, dass die Fed-Kommunikation und ihre implizite Reaktionsfunktion weiterhin ein entscheidender, aber oft unterschätzter Faktor für die Preisbildung an den Märkten sind.

Modelle am Scheideweg

Das Papier liefert eine empirisch fundierte Erklärung für die oft rätselhaften Reaktionen der Märkte auf Inflationsdaten.

Es fordert etablierte Makro-Finanzmodelle heraus, indem es die Rolle unvollständiger Informationen über die Fed-Reaktionsfunktion hervorhebt.

Für institutionelle Anleger ist dies eine Pflichtlektüre, um ihre Modelle und Erwartungsbildung zu kalibrieren.

Für die Notenbank selbst ist es ein Hinweis auf die Grenzen ihrer Kommunikationsstrategie.

Original: Inflation and the joint bond-FX spanning puzzle

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