BIS Paper

BIS-Papier: Medien-Narrative spalten Inflationserwartungen von Haushalten

Narrative-Diskrepanz weitet Erwartungslücke

Ein aktuelles Working Paper der BIS untersucht, wie unterschiedliche Inflationsnarrative in allgemeinen und spezialisierten Zeitungen die Erwartungslücke zwischen Haushalten und Experten beeinflussen.

Die Studie zeigt, dass eine zunehmende Diskrepanz in der Zuschreibung von Inflationsursachen (Nachfrage vs. Angebot) diese Lücke vergrößert, insbesondere bei älteren und weniger gebildeten Haushalten.

Allgemeine Zeitungen vermitteln dabei oft Narrative, die mit den Ansichten der Haushalte, aber nicht mit denen der Experten oder makroökonomischen Daten übereinstimmen.

Für Zentralbanken bedeutet dies, dass eine bloße Erhöhung der Medienpräsenz nicht ausreicht; vielmehr sind klare und konsistente Erklärungen über mehrere Kanäle entscheidend, um Erwartungen zu verankern.

Kampf um Inflationserwartungen der Haushalte

Die Verankerung von Inflationserwartungen ist eine Kernaufgabe der Zentralbanken.

Dieses Papier reiht sich in die aktuelle Debatte ein, wie die oft divergierenden Erwartungen von Haushalten und Experten besser in Einklang gebracht werden können, insbesondere nach den jüngsten Inflationswellen.

Es beleuchtet die Rolle der Medien als Informationsquelle und nutzt innovative NLP-Methoden (Causality Extraction), um die zugrunde liegenden Narrative zu analysieren.

Die Erkenntnisse sind relevant für die Gestaltung der Forward Guidance und der öffentlichen Kommunikation von Zentralbanken wie der EZB oder Fed, die sich mit der Glaubwürdigkeit ihrer Inflationsziele auseinandersetzen.

Neue Perspektive auf Kommunikationsstrategie

Das Working Paper bietet wichtige Einblicke in die Mechanismen der Erwartungsbildung und die Rolle der Medien.

Die innovative Nutzung von NLP zur Extraktion kausaler Narrative ist methodisch bemerkenswert.

Die Ergebnisse haben direkte Implikationen für die Kommunikationsstrategie von Zentralbanken, indem sie auf die Notwendigkeit konsistenter Botschaften über verschiedene Medienkanäle hinweisen, um die Glaubwürdigkeit und die Verankerung der Inflationserwartungen zu stärken.

Original: Inflation narratives and expectations

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