BIS-Analyse: Euro-Versicherer illiquider, Klimarisiken belasten Staatsanleihen
Versicherer-Portfolios: Illiquider und risikoreicher
Ein aktuelles Diskussionspapier der BIS (veröffentlicht in der ECB Discussion Paper Series) beleuchtet die sich wandelnde Rolle von Versicherungsunternehmen im Euroraum.
Diese verwalten Billionen Euro und haben ihre Portfolios infolge der Niedrigzinsphase und der quantitativen Lockerung (QE) zunehmend auf illiquidere Anlagen wie Immobilien und Kredite umgestellt.
Dies macht ihre Bilanzen anfälliger für Marktbedingungen.
Gleichzeitig halten sie signifikante Mengen an Staatsanleihen mit starkem Home Bias, der durch QE noch verstärkt wurde.
Naturkatastrophen zwingen insbesondere Sachversicherer zum Verkauf dieser Anleihen, was zu Volatilität an den Staatsanleihemärkten führen kann.
Eine Kapitalmarktunion könnte zur Diversifizierung beitragen.
Finanzstabilität und die Rolle der Versicherer
Das Papier ordnet sich in die laufende Debatte um die Finanzstabilität im Euroraum ein, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen von Klimarisiken und die Transmission der Geldpolitik.
Es beleuchtet die oft unterschätzte Rolle von Versicherern als systemrelevante Investoren und zeigt auf, wie Zentralbankmaßnahmen unbeabsichtigte Effekte auf deren Portfolioallokation hatten.
Die Betonung des Home Bias und der Liquiditätsrisiken durch Naturkatastrophen unterstreicht die Notwendigkeit einer stärkeren europäischen Integration und Risikoteilung, wie sie die Kapitalmarktunion anstrebt.
Fundierte Analyse mit klaren Policy-Botschaften
Das Papier bietet eine tiefgehende, empirisch fundierte Analyse eines systemrelevanten Sektors und seiner Interaktionen mit Geldpolitik und Klimarisiken.
Obwohl es sich um ein Diskussionspapier handelt und keine offizielle EZB-Position darstellt, sind die identifizierten Schwachstellen und die vorgeschlagenen Lösungsansätze (z.B. Kapitalmarktunion) von hoher Relevanz für Regulierer und Investoren.
Es liefert wichtige Hintergrundinformationen für die Bewertung der Finanzstabilität.