Escrivá: Europas Banken brauchen weniger, aber bessere Regeln
Regulierung: Vereinfachen ohne Schwächung
Spaniens Notenbankchef José Luis Escrivá fordert eine grundlegende Vereinfachung der europäischen Bankenregulierung und -aufsicht, um Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz zu stärken.
Er schlägt eine Reduzierung der EBA-Mandate um über 50% vor, eine zweigliedrige Kapitalstruktur (mikro- und makroprudenziell) sowie eine drastische Kürzung der Meldepflichten, wie sie die Banco de España bereits mit 34% weniger nationalen Daten vorlebt.
Das Ziel ist ein stabileres, vorhersehbareres Rahmenwerk, das die Finanzierung der Wirtschaft fördert, ohne die Robustheit des Sektors zu kompromittieren – explizit keine Deregulierung.
Post-Krisen-Regulierung auf dem Prüfstand
Die Finanzkrise 2008 führte zu einer Flut neuer Regeln und Institutionen, die Europas Banken robuster machten, aber auch ein komplexes Geflecht schufen.
Diese Dichte behindert zunehmend die Wettbewerbsfähigkeit des Sektors, der für die Finanzierung der europäischen Wirtschaft entscheidend ist.
Escrivás Rede reiht sich in eine wachsende Debatte auf höchster europäischer Ebene ein, die von der EZB bis zur Kommission reicht und eine strategische Neuausrichtung fordert, um Europa in einem unsicheren globalen Umfeld zu stärken.
Konkrete Agenda für Brüssel
Escrivás Rede ist ein klarer Aufruf zur Tat, der über allgemeine Forderungen nach Vereinfachung hinausgeht.
Die detaillierten Vorschläge zur Reduzierung von EBA-Mandaten, zur Kapitalstruktur und zu Meldepflichten zeigen eine konkrete Roadmap auf.
Dies ist ein starkes Signal an europäische Gesetzgeber und Aufseher, dass die Zeit für eine strategische Neuausrichtung gekommen ist, die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz gleichermaßen adressiert.