BIS Paper

BIS: Grüne Wende und Energiepreisschocks fordern Geldpolitik heraus

Energiepreisschocks: Inflationär, aber komplex

Ein neues BIS Working Paper von Matthias Burgert und Co-Autoren analysiert die makroökonomischen Auswirkungen von Preisänderungen bei kohlenstoffintensiver Energie und deren Implikationen für die Geldpolitik.

Die Studie, die einen Vergleich mehrerer Multi-Sektor-Modelle von Zentralbanken und internationalen Organisationen umfasst, zeigt, dass sowohl temporäre als auch permanente Energiepreisschocks inflationär wirken.

Dauerhafte Preisanstiege führen zu einem permanenten Rückgang von BIP und Konsum.

Die Inflationswirkung permanenter Schocks hängt entscheidend von der geldpolitischen Reaktion und den Erwartungsmechanismen ab, was die Debatte um inflationäre oder deflationäre Effekte der grünen Transformation befeuert.

Die Modelle weisen trotz länderspezifischer Unterschiede, wie einer stärkeren Exposition des Euroraums, große Gemeinsamkeiten in ihren Ergebnissen auf.

Klima und Geldpolitik: Eine zentrale Frage

Die Studie reiht sich in die wachsende Debatte um die makroökonomischen Folgen des Klimawandels und der grünen Transformation ein.

Insbesondere die Frage, ob der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft inflationär oder deflationär wirken wird, ist für Zentralbanken von höchster Relevanz.

Die gemeinsame Modellvergleichsanalyse mehrerer führender Institutionen, darunter EZB, Bundesbank und SNB, unterstreicht die Dringlichkeit, robuste Analysetools für diese komplexen Herausforderungen zu entwickeln.

Sie liefert wichtige Erkenntnisse für die Ausgestaltung der Geldpolitik in Zeiten struktureller Energiepreisschocks.

Fundierte Basis für Klimadebatte

Die Studie ist ein hochrelevanter Beitrag zur aktuellen Debatte um die Rolle der Geldpolitik im Kontext des Klimawandels.

Der umfassende Modellvergleich verschiedener Zentralbanken erhöht die Robustheit der Ergebnisse und liefert tiefgehende Einblicke in die Komplexität von Energiepreisschocks.

Sie betont die Notwendigkeit, sektorale Dynamiken und Erwartungsbildung bei der geldpolitischen Reaktion zu berücksichtigen, ohne jedoch explizite Handlungsempfehlungen zu geben.