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Unternehmenssteuern: Marktmacht treibt Preisweitergabe an Verbraucher an

Marktmacht beeinflusst Steuerweitergabe an Preise

Die Studie der EZB und der Federal Reserve untersucht die Weitergabe von Unternehmenssteuern an Verbraucherpreise.

Basierend auf 1.058 kommunalen Steueränderungen bei 4.754 deutschen Firmen zeigt sich: Eine Erhöhung der Unternehmenssteuer um 1 Prozentpunkt führt im Schnitt zu einem Preisanstieg von 0,3% im Einzelhandel.

Dies deutet auf unvollkommenen Wettbewerb hin.

Die Weitergabe variiert stark und steigt mit den Marktanteilen auf Produkt- und Händlerkategorieebene.

Größere Marktanteile, sowohl bei Produkten als auch bei Händlern, führen zu einer deutlich höheren Preisweitergabe.

Die Ergebnisse stimmen mit Nicht-CES-Präferenzen überein, bei denen eine steigende Weitergabe mit Marktanteilen schwächere strategische Komplementaritäten in der Preisgestaltung impliziert, was für die makroökonomische Dynamik relevant ist.

Die Analyse nutzt detaillierte Daten zu Einzelhandelsverkäufen und Preisen in Deutschland.

Implikationen für Inflation und Steuerpolitik

Diese Studie ist für Zentralbanken von hoher Relevanz, da sie die Mechanismen der Preisbildung unter unvollkommenem Wettbewerb beleuchtet.

Das Verständnis, wie Unternehmenssteuern an Verbraucher weitergegeben werden, ist entscheidend für die Einschätzung von Inflationsrisiken und die Analyse der Steuerinzidenz.

Die Heterogenität der Weitergabe basierend auf Marktmacht hat zudem Implikationen für die Wirksamkeit geldpolitischer Maßnahmen und die Diagnose realer Rigiditäten in der Wirtschaft.

Die Ergebnisse liefern wichtige Einblicke in die Übertragung von Kostenschocks durch vertikale Lieferketten.

Wichtig für Inflations- und Wettbewerbsanalyse

Die Studie liefert empirische Belege für die Weitergabe von Unternehmenssteuern an Verbraucherpreise, ein zentrales Thema für die Inflationsanalyse.

Die Erkenntnis, dass Marktmacht die Preisweitergabe maßgeblich beeinflusst, ist wichtig für das Verständnis der Preisdynamik und der Verteilungswirkung von Steuern.

Dies hat implizite Bedeutung für die geldpolitische Steuerung und die Bewertung von Wettbewerbsstrukturen.