BIS Paper

Markt-Comeback nach US-Zöllen: BIS analysiert treibende Kräfte mit ETVAR

Analyse der Markterholung nach US-Zöllen

Das BIS-Papier "Market whiplash after the 2025 tariff shock" untersucht die rasche Erholung der globalen Märkte nach den umfassenden US-Zollmaßnahmen vom 2. April 2025.

Trotz eines anfänglichen starken Ausverkaufs erholten sich Aktien, Volatilität und Inflationserwartungen innerhalb weniger Wochen weitgehend.

Die Studie entwickelt einen neuartigen "event-targeted vector autoregression" (ETVAR)-Ansatz, um die treibenden Kräfte dieser Umkehr zu entschlüsseln: die transitorische Natur des ursprünglichen Schocks, nachfolgende politische Kurswechsel (z.B. eine 90-tägige Implementierungspause) und unabhängige makroökonomische Nachrichten (z.B. VPI, Arbeitsmarktdaten).

Die Ergebnisse zeigen, dass 60-80% der Erholung bei Aktien, Kupferpreisen, dem VIX und kurzfristigen Inflationserwartungen auf zollbezogene Schocks zurückzuführen sind.

Im Gegensatz dazu wurden Bewegungen bei Staatsanleiherenditen und dem US-Dollar hauptsächlich durch andere orthogonale Schocks verursacht, die mit einem Anstieg des Stresses am Staatsanleihemarkt einhergingen.

Die Forschung unterstreicht die Grenzen, alle Marktbewegungen der Handelspolitik zuzuschreiben, und demonstriert den Wert einer flexiblen, ereignisgesteuerten empirischen Strategie.

Relevanz für Zentralbanken

Für Zentralbanken ist diese Analyse von hoher Relevanz, da sie Einblicke in die Mechanismen der Marktreaktion auf große politische Schocks bietet.

Das Verständnis, welche Faktoren – sei es die Natur des Schocks selbst, politische Gegenmaßnahmen oder unabhängige makroökonomische Nachrichten – Marktbewegungen dominieren, ist entscheidend für die Beurteilung der Finanzstabilität und die Kalibrierung der Geldpolitik.

Insbesondere die Unterscheidung zwischen zollbedingten und anderen makroökonomischen Treibern hilft, die Auswirkungen von Handelspolitik auf die Wirtschaft genauer zu isolieren.

Die entwickelte ETVAR-Methodik könnte zudem ein wertvolles Werkzeug für die Echtzeit-Analyse zukünftiger Schocks darstellen und die Fähigkeit der Zentralbanken verbessern, schnell und präzise auf Marktverwerfungen zu reagieren.

Die Erkenntnisse über den Stress am Staatsanleihemarkt sind ebenfalls von Bedeutung für die Überwachung der Marktliquidität.

Analyse von Marktschocks und Methodik

Die Studie ist für Zentralbanken von hoher Relevanz (4), da sie die komplexen Marktreaktionen auf einen großen Handelsschock detailliert analysiert.

Das Verständnis der treibenden Kräfte hinter der Markterholung – ob transitorische Schocks, politische Gegenmaßnahmen oder makroökonomische Überraschungen – ist entscheidend für die Einschätzung der Finanzstabilität und die Formulierung der Geldpolitik.

Die entwickelte ETVAR-Methodik bietet zudem ein innovatives Werkzeug zur Analyse zukünftiger Ereignisse.

Die Signalstärke (2) ist als deskriptiv einzustufen, da es sich um eine retrospektive Analyse und die Vorstellung einer Forschungsmethode handelt, die keine direkten geldpolitischen Ankündigungen enthält, aber wichtige Erkenntnisse für die Analyse liefert.