SNB öffnet Black Box: Schlegel erklärt Zinsentscheid
Hinter den Kulissen der Schweizer Geldpolitik
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) legt ihren geldpolitischen Entscheidungsprozess offen: Martin Schlegel, Vorsitzender des Direktoriums, skizziert einen systematischen, aber flexiblen Ablauf.
Jede vierteljährliche Zinsentscheidung, wie die Beibehaltung des Leitzinses bei 0% im September 2025, basiert auf einer zweiphasigen Vorbereitung und Bewertung.
Dabei werden nicht nur ökonomische Daten und Prognosen, sondern auch rund 250 Unternehmensgespräche und Szenarioanalysen berücksichtigt.
Der Prozess, der auch Währungsmarktinterventionen einschließt, mündet in eine umfassende Kommunikation, inklusive bedingter Inflationsprognose und Pressekonferenz, um Transparenz zu gewährleisten.
Transparenz als Stabilitätsanker
In einer Zeit, in der Zentralbanken zunehmend unter Beobachtung stehen, gewinnt die Transparenz ihrer internen Abläufe an Bedeutung.
Schlegels detaillierte Darstellung des SNB-Entscheidungsprozesses reiht sich in die globalen Bemühungen ein, die vermeintliche „Black Box“ der Geldpolitik zu öffnen.
Dies ist nicht nur eine Geste an die Öffentlichkeit, sondern auch ein Signal an die Märkte: Ein klar verstandener Prozess kann das Vertrauen in die Entscheidungen stärken und die Transmission der Geldpolitik verbessern, selbst wenn die Entscheidungen selbst komplex bleiben.
Einblick statt Ausblick
Schlegels Rede ist keine geldpolitische Weichenstellung, sondern eine detaillierte Gebrauchsanweisung für die SNB-Geldpolitik.
Für Analysten und Beobachter der Schweizer Notenbank ist sie Pflichtlektüre, um die Mechanismen hinter den Zinsentscheiden besser zu verstehen.
Neue geldpolitische Signale sucht man hier vergebens, dafür aber eine fundierte Erklärung der internen Abläufe und des Risikomanagement-Ansatzes.