Notenbanken: Unsicherheit ist die neue Normalität
Risikomanagement statt Modellgläubigkeit
Zentralbanken überdenken ihre Geldpolitik grundlegend, da globale Unsicherheit zur Konstante wird.
Ein neuer BIS-Band, entstanden aus der Zusammenarbeit von zehn Notenbanken, zeigt den Wandel: Weg von starren Modellen hin zu Risikomanagement, systematischen Szenarioanalysen und intellektueller Demut.
Effektive Kommunikation, Transparenz und institutionelle Flexibilität werden zu unverzichtbaren Instrumenten, um Erwartungen zu verankern und Vertrauen zu wahren.
Die kollektive Erfahrung demonstriert, dass Unsicherheit nicht die Ausnahme, sondern der Normalzustand ist, der eine agile und offene Reaktion erfordert.
Geldpolitik in der Polykrise
Die jüngsten Schocks – von Pandemie über hartnäckige Inflation bis zu geopolitischen Spannungen – haben die Grenzen traditioneller geldpolitischer Rahmenwerke aufgezeigt.
Modelle stießen an ihre Grenzen, die Agilität der Notenbanken wurde auf die Probe gestellt.
Dieser Band ist die Antwort auf die Notwendigkeit, Werkzeuge und Denkweisen an eine Welt anzupassen, in der multiple Krisen die Regel sind und nicht die Ausnahme.
Er spiegelt den Druck wider, unter dem Zentralbanken stehen, ihre Glaubwürdigkeit in einem sich ständig wandelnden Umfeld zu behaupten.
Grundlagenarbeit für die nächste Krise
Der Band liefert keine unmittelbaren geldpolitischen Signale, bietet aber tiefgreifende Einblicke in die Evolution des zentralbankinternen Denkens.
Für institutionelle Investoren und Policy-Experten ist er Pflichtlektüre, um die langfristige Strategie und die Anpassungsfähigkeit der Notenbanken zu verstehen.
Es geht um die Fundamente, nicht um die Tagespolitik.