Phillips-Kurve mit Biss: Inflation macht EZB-Politik schlagkräftiger
BIS Paper

Phillips-Kurve mit Biss: Inflation macht EZB-Politik schlagkräftiger

Inflation: Frühes Handeln, geringere Kosten

Eine neue Studie von Ökonomen des Eurosystems zeigt, dass die Phillips-Kurve in Hochinflationsphasen nicht linear verläuft, sondern eine deutliche Krümmung aufweist.

Firmen und Arbeitnehmer passen Preise und Löhne häufiger an, wenn die Inflation hoch ist.

Dies beschleunigt die Inflationsdynamik und macht geldpolitische Maßnahmen in solchen Phasen wesentlich wirksamer.

Das Modell erklärt den jüngsten Inflationsschub im Euroraum und legt nahe, dass frühere Zinserhöhungen die Teuerung mit geringeren Kosten hätten dämpfen können.

Eine Abkehr von linearen Modellen, die die jüngste Inflationswelle kaum erklären konnten, ist demnach entscheidend für eine präzisere Politikgestaltung.

Das Rätsel der Inflationswelle

Die schnelle und starke Inflation nach 2021 hat traditionelle Zentralbankmodelle an ihre Grenzen gebracht.

Diese basieren oft auf linearen Phillips-Kurven, die eine konstante Reaktion der Inflation auf Schocks annehmen.

Die vorliegende Arbeit, Teil des ChaMP-Netzwerks von EZB und nationalen Zentralbanken, liefert nun einen Erklärungsansatz, der die Dynamik der jüngsten Teuerung besser abbildet und die Wirksamkeit der Geldpolitik neu bewertet.

Pflichtlektüre für Inflationsbekämpfer

Die Studie liefert eine überzeugende Erklärung für die jüngste Inflationswelle und zeigt auf, warum die Geldpolitik in Hochinflationsphasen effektiver agiert.

Dies stellt eine wichtige methodische Weiterentwicklung dar und bietet konkrete Anhaltspunkte für die künftige Gestaltung der Zinspolitik, insbesondere im Hinblick auf das Timing von Maßnahmen.