Transaktionskosten prägen Renditen sicherer Anlagen: Zentralbank-Studie beleuchtet Liquiditätsprämien
Liquiditätsprämien sicherer Anlagen neu bewertet
Eine Studie der Bank of Canada und Norges Bank analysiert die Renditen sicherer Anlagen mittels eines Modells mit mikrofundierter Liquiditätsnachfrage und heterogenen Transaktionskosten.
Das zentrale Konzept ist der „Wert der Bequemlichkeit“, der das Ausmaß der Liquiditätsrisikoteilung misst und als Preisfaktor dient.
Änderungen in der Angebotsstruktur oder den Transaktionskosten eines einzelnen Vermögenswerts beeinflussen über diesen Wert die Renditen aller Anlagen.
Das Modell identifiziert eine pekuniäre Externalität, da Investoren die Auswirkungen ihrer Portfolioentscheidungen auf Preise und Wohlfahrt nicht internalisieren.
Politikmaßnahmen, die den Ertrag des liquidesten Vermögenswerts erhöhen oder illiquide durch liquide Anlagen ersetzen, können die Wohlfahrt steigern.
Empirische Tests im US-Treasury-Markt zeigen, dass relative Inconvenience Yields mit dem MOVE Index positiv und mit dem VIX Index negativ korrelieren, und mit dem Wachstum der Staatsverschuldung sinken.
Implikationen für Geldpolitik und Schuldenmanagement
Diese Analyse ist für Zentralbanken und Schuldenmanager von hoher Relevanz, da sie ein mikrofundiertes Verständnis der Liquiditätssituation und der Convenience Yields sicherer Anlagen liefert.
Die Erkenntnisse über allgemeine Gleichgewichtseffekte, pekuniäre Externalitäten und wohlfahrtsverbessernde Politikmaßnahmen, wie Bilanzpolitik oder Schuldenmanagement, sind direkt auf die Gestaltung von Finanzmarkt- und Geldpolitik anwendbar.
Die Studie hilft, die Dynamik von Liquiditätsprämien und die Querschnittsrenditen sicherer Vermögenswerte besser zu verstehen und informierte Entscheidungen zu treffen.
Fundamentale Analyse mit Politikrelevanz
Das Papier bietet eine fundierte Analyse der Treiber von Renditen sicherer Anlagen und Liquiditätsprämien, was für das Verständnis der Finanzmarktdynamik entscheidend ist.
Der Fokus auf Wohlfahrtsimplikationen und politische Interventionen (z.B. Bilanzpolitik der Zentralbanken, Schuldenmanagement) macht es hochrelevant für Entscheidungsträger.
Obwohl es sich um eine technische Studie handelt, liefert ihr analytischer Rahmen wertvolle Einblicke für zukünftige politische Überlegungen.