Monopsonie am Arbeitsmarkt: Neue Perspektiven für Geldpolitik und Inflation
Monopsonie ändert geldpolitische Präferenzen
Ein Working Paper der Federal Reserve Bank of Cleveland, diskutiert bei der BIZ, stellt ein Modell mit monopsonistischer Lohnsetzung vor, das die traditionelle monopolistische Lohnsetzung in makroökonomischen Studien in Frage stellt.
Das Modell zeigt, dass die Lohn-Phillips-Kurve hauptsächlich durch den Lohnabschlag (wage markdown) getrieben wird und steiler ist, was auf strategische Substituierbarkeit bei der Lohnfindung zurückzuführen ist.
Die Wohlfahrtsfunktion weist ein geringeres Gewicht auf die Variabilität des Lohnwachstums auf.
Dies führt dazu, dass eine wohlfahrtsmaximierende Geldpolitik die Inflationsstabilisierung gegenüber der Lohnwachstumsstabilisierung bevorzugt, was die Mandate der Zentralbanken zur Preisstabilität besser widerspiegelt.
Implikationen für Zentralbanken und Arbeitsmärkte
Dieses Forschungspapier ist für Zentralbanken hochrelevant, da es die Grundlagen der makroökonomischen Modellierung von Arbeitsmärkten und deren Einfluss auf die Geldpolitik neu bewertet.
Es fordert die weit verbreitete Annahme monopolistischer Lohnsetzung heraus und zeigt, wie die Berücksichtigung von Monopsonmacht die optimale geldpolitische Strategie von Lohnwachstums- zu Inflationsstabilisierung verschieben kann.
Die Erkenntnisse könnten die Debatte über die Ausgestaltung geldpolitischer Regeln und die Interpretation von Lohn-Preis-Dynamiken beeinflussen.
Grundlegende Modelländerung mit Policy-Folgen
Das Papier ist wichtig, da es eine grundlegende Annahme in makroökonomischen Modellen – die Lohnsetzung – neu bewertet und signifikante Implikationen für die Geldpolitik aufzeigt.
Die Verschiebung der optimalen Politik von Lohnwachstums- zu Inflationsstabilisierung ist eine klare, wenn auch theoretische, Forward Guidance für Zentralbanken und stärkt das Mandat der Preisstabilität.
Original: Monopsonistic Wage-setting and Monetary Policy
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