Hälfte der Hausbesitzer verzichtet auf günstige Umschuldung
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Hälfte der Hausbesitzer verzichtet auf günstige Umschuldung

Das Cash-out-Refi-Paradox

Eine aktuelle Studie der Federal Reserve Bank of Philadelphia zeigt, dass über die Hälfte der Hausbesitzer mit hochverzinsten Schulden und verfügbarem Eigenkapital ihre Hypothek nicht zur Schuldensenkung nutzen.

Obwohl eine Cash-out-Refinanzierung die Möglichkeit bietet, teure Kredite wie Kreditkarten oder Studentendarlehen in eine zinsgünstigere Hypothek umzuwandeln, bleibt das Potenzial ungenutzt.

Selbst eine Fannie Mae-Politikänderung von 2016, die den Zinsaufschlag für Studentendarlehensnehmer eliminierte, hatte keinen signifikanten Effekt auf deren Bereitschaft zur Umschuldung.

Insgesamt nutzten nur 40,75 Prozent aller Refinanzierer die Cash-out-Option; bei denjenigen, die ihre Hypothekenzinsen senkten, waren es 27,13 Prozent.

Die Autoren Mallick Hossain, Igor Livshits und Collin Wardius stellen fest, dass Cash-out-Refinanzierer zwar mehr Kreditkartenschulden abbauen, aber nicht mehr Autokredite.

Trägheit trotz Zinsvorteil

Die Studie beleuchtet ein bekanntes Paradox der Haushaltsfinanzen: Konsumenten handeln oft nicht optimal, um ihre Schuldenlast zu reduzieren.

Während Trägheit, Informationsdefizite und Fixkosten oft als Gründe genannt werden, konzentriert sich diese Analyse auf Hausbesitzer, die bereits den Schritt zur Hypothekenrefinanzierung vollziehen.

Dies eliminiert viele der üblichen Hürden und macht das anhaltende Zögern, hochverzinste Schulden umzuschichten, umso bemerkenswerter.

Die Erkenntnisse werfen Fragen zur Wirksamkeit gezielter Anreize auf und unterstreichen die tief verwurzelten Verhaltensmuster.

Frictions wirken auch bei aktiven Refinanzierern

Die Studie liefert wichtige Einblicke in die anhaltenden Verhaltensanomalien im Finanzbereich.

Sie zeigt, dass selbst bei einer bereits getroffenen Refinanzierungsentscheidung und dem Wegfall spezifischer Kosten wie dem Zinsaufschlag, viele Hausbesitzer nicht die finanziell vorteilhafteste Option wählen.

Dies stellt die Annahme in Frage, dass aktive Marktteilnehmer stets rational handeln.