Devisenreserven: U-förmige Reaktion auf US-Zinserhöhung bei Finanzentwicklung
Finanzentwicklung und Deviseninterventionen
Das Working Paper der BIS (2025) zeigt eine U-förmige Beziehung zwischen der Finanzentwicklung eines Landes und der Anpassung seiner Devisenreserven nach einer US-Zinserhöhung.
Länder mit mittlerer Finanzentwicklung verkaufen aggressiv Reserven, während Länder mit geringer oder hoher Entwicklung wenig anpassen.
Die Reaktion der inländischen Zinssätze ist nicht systematisch mit der Finanzentwicklung verbunden.
Ein Modell mit Kreditbeschränkungen und Fremdwährungsverschuldung erklärt diese Befunde: Die damit verbundene pekuniäre Externalität ist bei mittlerer Finanzentwicklung am größten.
Das Modell reproduziert die empirische U-Form unter optimaler Devisenreservepolitik und ist robust gegenüber verschiedenen Zinspolitikregimen.
Implikationen für Zentralbankpolitik
Die Studie bietet Zentralbanken wichtige Einblicke in die optimale Nutzung von Deviseninterventionen zur makroökonomischen Stabilisierung bei globalen Finanzschocks.
Sie zeigt, dass die Wirksamkeit und Notwendigkeit von Deviseninterventionen stark vom Grad der Finanzentwicklung eines Landes abhängt.
Dies ist besonders relevant für Schwellenländer, die oft mit externen Schocks und Kapitalabflüssen konfrontiert sind.
Die Ergebnisse legen nahe, dass die Politik der Devisenreserven als eigenständiges Instrument neben dem Leitzins eine entscheidende Rolle spielen kann, um externe Effekte von Fremdwährungsverschuldung zu mindern.
Wichtige Erkenntnisse für Devisenpolitik
Die Studie liefert wichtige empirische Belege und eine theoretische Fundierung für die Rolle von Deviseninterventionen.
Für Zentralbanken, insbesondere in Schwellenländern, ist das Verständnis der U-förmigen Beziehung zwischen Finanzentwicklung und Reserveanpassungen entscheidend, um ihre Instrumente zur Schockabsorption optimal einzusetzen.
Obwohl es ein Working Paper ist, bietet es wertvolle Einblicke für die strategische Planung der Devisenpolitik.