BIS Paper

Zentralbanken: Deviseninterventionen bei globalen Schocks U-förmig von Finanzentwicklung beeinflusst

U-förmige Reaktion auf US-Zinserhöhungen

Eine Studie der Federal Reserve Banken und der Vanderbilt University zeigt eine U-förmige Beziehung zwischen dem Grad der Finanzentwicklung eines Landes und der Anpassung seiner Devisenreserven an US-Zinserhöhungen.

Länder mit mittlerer Finanzentwicklung verkaufen aggressiv Reserven, während solche mit geringer oder hoher Entwicklung kaum Anpassungen vornehmen.

Zinsanpassungen sind hingegen nicht systematisch mit der Finanzentwicklung verbunden.

Ein Modell mit Kreditbeschränkungen und Fremdwährungsschulden erklärt dies: Die damit verbundene pekuniäre Externalität ist bei mittlerer Finanzentwicklung am größten, da hier sowohl Verschuldungsgrad als auch Fremdwährungsanteil hoch sind.

Dies legitimiert Deviseninterventionen als Stabilisierungsinstrument.

Implikationen für Zentralbankpolitik

Die Studie liefert wichtige Erkenntnisse für Zentralbanken zur Steuerung globaler Finanzschocks.

Sie beleuchtet die optimale Nutzung von Deviseninterventionen als Instrument des Kapitalverkehrsmanagements neben der Zinspolitik.

Die Ergebnisse sind besonders relevant für Schwellenländer, die unterschiedliche Grade der Finanzentwicklung aufweisen und mit den Auswirkungen globaler Zyklen konfrontiert sind.

Die Analyse der U-förmigen Beziehung zwischen Finanzentwicklung und Reserveanpassungen hilft, die Effektivität und Notwendigkeit von Deviseninterventionen besser zu verstehen.

Wichtige Erkenntnisse für Devisenpolitik

Das Working Paper bietet eine fundierte empirische und theoretische Analyse der Devisenpolitik in Reaktion auf globale Zinsschocks.

Die identifizierte U-förmige Beziehung ist eine neue und wichtige Erkenntnis für Zentralbanken, um ihre Interventionsstrategien je nach Finanzentwicklungsgrad anzupassen.

Die Modellierung der pekuniären Externalität liefert eine solide Begründung für den Einsatz von Devisenreserven als Stabilisierungsinstrument.