BIS Paper

Endogene Convenience Yields: Portfolio-Wahl und Abwicklungsfriktionen in OTC-Märkten

Modell zu Liquiditätsprämien und OTC-Märkten

Das Working Paper der BIS entwickelt ein mikrofundiertes Modell für endogene Convenience Yields, die aus Abwicklungsfriktionen in Over-the-Counter (OTC)-Märkten resultieren.

Investoren müssen unvorhersehbare Cashflows über einen friktionären OTC-Markt finanzieren, was zu Liquiditätsrisiken führt.

Das Modell zeigt, wie diese Friktionen Liquiditätsprämien, das Volumen der Übernachtfinanzierung, die Streuung der Marktzinssätze und optimale Portfolioallokationen beeinflussen.

Eine zentrale Erkenntnis ist die asymmetrische Kostenstruktur zwischen Kreditaufnahme und -vergabe.

Zudem identifiziert das Papier eine pekuniäre Externalität: Individuelle Portfolioentscheidungen berücksichtigen nicht die Auswirkungen auf die aggregierte Marktliquidität und die damit verbundene Überlastung im OTC-Markt.

Dies kann zu einer ineffizienten Über- oder Unterinvestition in liquide Vermögenswerte führen, wobei höhere Risikoaversion und knappere Liquidität die Wahrscheinlichkeit einer Unterakkumulation erhöhen.

Theoretische Fundierung für Zentralbankanalyse

Dieses BIS Working Paper, veröffentlicht im November 2025, stammt von Forschern der Federal Reserve Bank of Minneapolis und UCLA.

Es bietet eine detaillierte theoretische Grundlage für das Verständnis von Convenience Yields und deren Entstehung in dezentralisierten Finanzmärkten.

Die Analyse ist relevant für Zentralbanken, um die Transmission der Geldpolitik, die Funktionsweise von Interbankenmärkten und die Auswirkungen von Liquiditätsvorschriften besser zu verstehen.

Es liefert Werkzeuge zur Identifizierung struktureller OTC-Marktparameter und zur Bewertung der Effizienz von Liquiditätsmanagementstrategien.

Fundamentale Theorie, geringe direkte Signalwirkung

Das Papier ist hochrelevant für das Verständnis der Funktionsweise von Finanzmärkten und der Entstehung von Liquiditätsprämien, was für Zentralbanken von großer Bedeutung ist.

Als Working Paper mit stark theoretischem Fokus liefert es jedoch keine direkten Policy-Signale oder Forward Guidance, sondern beschreibt einen Modellrahmen und dessen Implikationen.