Aktienkäufe der Notenbank: Mehr Wumms als Anleihen-QE
Aktien-QE: Der stärkere Stimulus
Zentralbank-Aktienkäufe könnten die Wirtschaft deutlich stärker stimulieren als traditionelle Anleiheprogramme.
Ein neues BIS Working Paper modelliert diesen Effekt und zeigt: Der Kauf von 2,65 Prozent des ausstehenden Aktienkapitals (entspricht 4% des BIP) könnte die Wirtschaftsleistung um 0,41 Prozent steigern.
Zum Vergleich: Eine gleich große Anleiheintervention würde das BIP nur um 0,26 Prozent anheben.
Der Mechanismus ist ein Portfolio-Rebalancing, das Risiko- und Terminkomprässe senkt.
Die größere Wirksamkeit von Aktien rührt daher, dass sie einen größeren Anteil an den Portfolios ausmachen und weniger leicht durch kurzfristige Wertpapiere ersetzt werden können als Anleihen.
QE-Debatte: Das nächste Level?
Seit der globalen Finanzkrise und der Corona-Pandemie haben Zentralbanken wie die Fed und die EZB massiv Anleihen gekauft, um die Wirtschaft am Zinsuntergrenze zu stützen.
Die Bank of Japan ging einen Schritt weiter und erwarb auch Unternehmensaktien.
Die Fed ist dazu bislang nicht befugt, doch die Debatte über eine Ausweitung des QE-Instrumentariums auf risikoreichere Assets schwelt.
Das vorliegende Papier liefert nun eine quantitative Grundlage für diese Diskussion, indem es die potenziellen Effekte eines solchen Schrittes im US-Kontext untersucht.
Potenzial für die nächste Krise
Das Papier quantifiziert eine unkonventionelle geldpolitische Option, die in Krisenzeiten relevant werden könnte.
Es liefert ein theoretisches Framework und konkrete Zahlen, die die Debatte über die Mandate und Instrumente von Zentralbanken befeuern.
Für die aktuelle Geldpolitik ist es deskriptiv, aber für die strategische Planung von hoher Relevanz.