BIS: Verbriefungen unter Druck – Reformen zu streng?
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BIS: Verbriefungen unter Druck – Reformen zu streng?

Verbriefungen: Gewollt, aber gebremst?

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) nimmt die Post-GFC-Reformen im Verbriefungsmarkt kritisch unter die Lupe.

Obwohl die Regeln nach der Finanzkrise die Integrität und Resilienz stärken sollten, zeigen die Märkte seither eine divergierende Entwicklung: Einige erholten sich stark, andere blieben gedämpft.

Diese Diskrepanz nährt den Verdacht, dass überkonservative oder zu präskriptive Vorgaben die Aktivität in bestimmten Jurisdiktionen unnötig ausgebremst haben könnten.

Das BIS-Papier verspricht eine evidenzbasierte Analyse, die klären soll, ob die Reformziele erreicht wurden, welche unbeabsichtigten Folgen entstanden sind und ob eine Anpassung des Regulierungsrahmens notwendig ist.

Eine solche kritische Selbstreflexion ist für die Zukunft der Kapitalmärkte entscheidend.

Der Preis der Sicherheit

Nach der globalen Finanzkrise schlug das Pendel der Regulierung weit in Richtung Sicherheit aus.

Verbriefungen, einst als Brandbeschleuniger der Krise gebrandmarkt, wurden mit strengeren Kapitalanforderungen und Risikoretentionspflichten belegt.

Doch die Kehrseite dieser Medaille könnte ein gehemmter Markt sein, der wichtige Finanzierungsquellen für die Realwirtschaft nicht voll ausschöpft.

Die BIS-Analyse ist ein wichtiger Beitrag zur Frage, ob die Balance zwischen Stabilität und Markteffizienz neu justiert werden muss – eine Debatte, die in vielen Jurisdiktionen bereits zu neuen Initiativen geführt hat.

Selbstkritik mit Sprengkraft

Die BIS-Studie ist mehr als eine akademische Übung.

Sie liefert die intellektuelle Munition für jene, die eine Überregulierung der Verbriefungsmärkte beklagen.

Die Ergebnisse könnten den Druck auf Regulierer erhöhen, die Post-GFC-Regeln zu lockern, um die Kapitalmärkte wieder effizienter zu gestalten.

Für Investoren und Banken, die auf Verbriefungen angewiesen sind, ist dies ein potenzieller Game-Changer.