BIS Paper

R* in Ostasien: Neue Einblicke in Geschäfts- und Finanzzyklen

Neue Schätzungen von R* für Ostasien und USA

Das Papier schätzt zwei Arten des neutralen Realzinses (r*) für China, Japan, Korea und die USA: einen für den Geschäftszyklus und einen für den Finanzzyklus.

Mittels eines Frequenzbereichsansatzes mit Bandspektrum-Regressionen und Faktoranalyse werden r*-bezogene Variablen verdichtet.

Die zentralen Ergebnisse zeigen, dass Zentralbanken innerhalb einzelner Länder einen Zielkonflikt zwischen Geschäfts- und Finanzzyklus-Überlegungen bei der Festlegung der Leitzinsen haben.

International werden signifikante positive Spillover-Effekte von den USA auf die drei ostasiatischen Volkswirtschaften sowie von China auf Korea und Japan festgestellt.

Die Schätzungen zeigen einen Abwärtstrend bei r*, der mit früheren Studien übereinstimmt, jedoch bei Berücksichtigung der Unsicherheitsbänder weniger offensichtlich ist.

Diese neue Perspektive beleuchtet die Komplexität der Geldpolitik.

Implikationen für die Geldpolitik in Asien

Der neutrale Realzins (r*) ist zentral für geldpolitische Diskussionen.

Dieses Papier erweitert bestehende r*-Schätzungen, indem es sowohl Geschäfts- als auch Finanzzyklen berücksichtigt – eine entscheidende Unterscheidung angesichts jüngster, durch Finanzkrisen ausgelöster Rezessionen.

Durch die Analyse wichtiger ostasiatischer Volkswirtschaften und der USA bietet es wichtige Einblicke in die Zielkonflikte der Zentralbanken und länderübergreifende Spillover-Effekte.

Das Verständnis dieser Dynamiken ist für eine effektive Politikgestaltung, insbesondere in vernetzten globalen Finanzmärkten, unerlässlich und hilft Zentralbanken, die Komplexität der Stabilisierung von Wirtschaftstätigkeit und Finanzstabilität zu bewältigen.

Wichtige Einblicke für Zentralbanken

Dieses BIS-Papier liefert wichtige neue Schätzungen des neutralen Realzinses (r*), indem es Geschäfts- und Finanzzyklen separat betrachtet.

Die identifizierten Zielkonflikte für Zentralbanken und die länderübergreifenden Spillover-Effekte zwischen den USA, China, Japan und Korea sind von hoher Relevanz für die geldpolitische Entscheidungsfindung.

Die Ergebnisse bieten implizite Orientierung für Zentralbanken, wie sie die komplexen Wechselwirkungen zwischen Konjunktur und Finanzstabilität besser berücksichtigen können, insbesondere in einer global vernetzten Welt.

Original: R* in East Asia: business, financial cycles, and spillovers

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