Jamaikas Notenbank stemmt sich gegen Inflationswelle nach Hurrikan Melissa
Melissa-Folgen: Inflationsschock in Jamaika
Hurrikan Melissa hat Jamaika schwer getroffen und die Wirtschaft in eine tiefe Krise gestürzt.
Die Bank of Jamaica (BOJ) warnt vor einer anhaltenden Inflationswelle, die das Zielband von 4,0 bis 6,0 Prozent deutlich überschreiten wird.
Der Schaden beläuft sich auf über 40 Prozent des BIP, mit verheerenden Folgen für Landwirtschaft und Tourismus.
Trotz einer erwarteten Kontraktion des BIP um bis zu 13 Prozent im Dezember-Quartal hält die BOJ den Leitzins bei 5,75 Prozent, um Zweitrundeneffekte aus dem massiven Wiederaufbau zu dämpfen und die Wechselkursstabilität zu sichern.
Naturkatastrophe trifft Geldpolitik
Die Folgen von Hurrikan Melissa stellen die jamaikanische Geldpolitik vor ein klassisches Dilemma: Eine massive angebotsseitige Schockwelle trifft auf einen notwendigen, aber inflationären fiskalischen Impuls durch den Wiederaufbau.
Die Aussetzung der Fiskalregeln und die prognostizierten Haushaltsdefizite verdeutlichen die Spannung zwischen kurzfristiger Katastrophenhilfe und langfristiger makroökonomischer Stabilität.
Für Zentralbanken in kleinen, offenen Volkswirtschaften, die zunehmend von Extremwetterereignissen betroffen sind, wird dies zu einer wiederkehrenden Herausforderung.
Inflationsbekämpfung trotz Rezession
Die BOJ steht vor einer Herkulesaufgabe: Sie muss die Inflation zähmen, während die Wirtschaft massiv schrumpft und der Wiederaufbau die Preise weiter anheizt.
Die Entscheidung, den Leitzins zu halten und gleichzeitig proaktiv am Devisenmarkt zu intervenieren, sendet ein klares Signal: Inflationskontrolle hat Priorität, selbst im Angesicht einer Rezession.
Die explizite Warnung vor Zweitrundeneffekten ist dabei entscheidend.